Hotline: Mo + Mi 08:00 - 13:00 Uhr +49 (0) 5192 / 98 62 81 freundeskreis@panzertruppe.com
Detailansicht

Ansprache GM a.D. Kielmansegg

2015-05-25 10:13
von Marco Pracht
Band-5

Offizierlehrgang „General Johann Adolf Graf von Kielmansegg“ an der Offizierschule Dresden

Ansprache von Generalmajor a.D. Hanno Graf von Kielmansegg anlässlich des Abschlussappellsdes 27. Offizierlehrgangs Militärfachlicher Dienst "General Johann Adolf Graf von Kielmansegg" der Offizierschule des Heeres am 19. Dezember 2007 in Dresden.

Johann Adolf Graf von Kielmansegg
Johann Adolf Graf von Kielmansegg

Verehrter General Stier, verehrte Damen und Herren, verehrte Lehrgangsteilnehmer, - liebe Kameradin und liebe Kameraden. Erlauben Sie mir auch diese vertraute Anrede, in ihr drückt sich die aufrichtige Freude eines alten Soldaten aus, wieder einmal mit jungen Soldaten zusammen sein und zu Ihnen sprechen zu können. Unser Beruf ist ja nicht einer, den man nach dem aktiven Dienst auszieht wie ein altes Hemd, er prägt uns, richtig verstanden, für das ganze Leben.

Für Sie, meine verehrten Lehrgangsteilnehmer, ist heute ein ganz besonderer Tag. und damit ist er es in gewissem Sinne für Ihre Ausbilder und Führer auch, die sich ja große Mühe mit Ihnen gegeben haben. Sie haben einen sicher nicht immer einfachen, interessanten und fordernden Lehrgang erfolgreich beendet. Und damit treten Sie in eine neue Laufbahn, ja in einen neuen wichtigen Abschnitt Ihres Lebens ein. Darüber werden Sie froh sein, darauf können Sie stolz sein und dazu möchte ich Ihnen an erster Stelle von ganzem Herzen gratulieren und für Ihr weiteres Soldatenleben alles erdenklich Gute wünschen.

Vor Ihnen liegt nun ein weites Feld wichtiger militärfachlicher, aber auch von Führungsaufgaben, die im Frieden und noch mehr im Einsatz, und in letzter Konsequenz, die wir nie wünschen, aber auch nie vergessen dürfen, auch im Krieg Ihre besten Charaktereigenschaften und Ihre ganze Professionalität — in dieser Reihenfolge fordern werden. Was dafür nach den zeitlosen Grundsätzen des Soldatenberufes, aber auch nach meiner eigenen Erfahrung notwendig ist, werde ich noch ansprechen. Denn wenn es wahr ist, dass der Geist einer Armee weitgehend von dem Geist ihrer Offiziere bestimmt wird, dann trägt jeder von Ihnen eine weit über das eigene Tätigkeitsfeld hinausgehende Verantwortung und Verpflichtung.

Sie haben sich, als Namenspatron gewissermaßen, meinen Vater gewählt. Das hätte ihn gefreut, und meiner Familie, die seit über 400 Jahren dem Staat in jeder Generation Offiziere gestellt hat, gereicht es zur Ehre. Was hätte er, der ja erst vor einem Jahr in seinem hundertsten Lebensjahr als dienst- und rangältester deutscher Soldat gestorben ist, der vier deutsche Armeen kannte und in dreien diente, der zwei große Kriege erlebte, der praktisch das ganze 20. Jahrhundert in all seinen Höhen und Schrecknissen, oft an bedeutender Stelle, durchlebt hat, Ihnen gesagt, wenn er heute hier vor Ihnen hätte sprechen können. Ich glaube, und das ist mir wichtig, es wäre nicht grundsätzlich verschieden gewesen von dem, was ich versuche, Ihnen zu sagen. Auch wenn das teilweise nicht unkritisch sein wird.

Oberfähnrich Olivieri hat Ihnen zu Beginn des Lehrgangs einen kurzen und treffenden Abriss des Lebens meines Vaters und der besonderen Situationen und Herausforderungen, vor die er in seinen 42 Dienstjahren gestellt war, gegeben. Ich will dem hier nichts hinzufügen, sondern nur zu seiner Rolle im Widerstand eine ergänzende Bemerkung machen.

Wenn wir später darüber sprachen, sagte er mir einmal, dass der Entschluss zum Tyrannenmord einer der schwersten seines ganzen Lebens gewesen sei. Man geht nicht einfach mal hin und bringt einen hochgesicherten Diktator um, wie sich das heute manche dreimal klugen, spät geborenen Schreibtischmoralisten so vorstellen, die alle genau wissen, was man damals hätte tun und lassen müssen. Vor allem, wenn dabei Unschuldige zu Tode kommen würden, wie das ja durch Stauffenbergs Bombe denn auch geschehen ist. Und das alles mitten in einem Kriege, bei dem es um die Existenz des deutschen Volkes ging, auch wenn er von Hitler begonnen wurde. Es musste ja mit ihm auch der ganze Machtapparat, die SS, die SA, die Gestapo, die Sicherheitsdienste, die Parteiorganisation kalt gestellt und beseitigt werden.

"Wir waren zu Meuterei, zu Lüge, Eidbruch, Intrige, Putsch und Mord nicht erzogen,"

sagte er. "Diese Art von Anständigkeit war unter normalen Umständen in einem Rechtsstaat unsere selbstverständliche moralische Stärke. Aber einem völlig skrupellosen, verbrecherischen Regime gegenüber war sie eine Schwäche." Ein Schlüsseljahr war für ihn das Jahr 1938 mit der Reichskristallnacht und mit der brutalen Entfernung des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, aus dem Amt, der ein Hitler- und Kriegsgegner war und der Patenonkel meines Vaters. Bis dahin galt Hitler ja noch in Deutschland und vor allem auch im Ausland, das ihm 1938 in München quasi zu Füßen lag, - was, nebenbei bemerkt, den durch Generaloberst Beck und Gördeler am besten vorbereiteten Staatsstreich verhinderte - als bedeutender und erfolgreicher Staatsmann, der der entsetzlichen wirtschaftlichen Not im Deutschland der frühen 30er Jahre, den inneren oft bürgerkriegsähnlichen Unruhen, der von den Siegern verordneten Wehrlosigkeit, den mehrfachen Kriegsdrohungen Frankreichs und Polens, die heute so gern vergessen werden, und den von allen Deutschen empfundenen Demütigungen und unerträglichen Bedingungen des Versailler Vertrages ein Ende bereitet hatte. Um welchen Preis, das wissen wir heute, aber damals wussten es die meisten Menschen nicht. Im Gegenteil, viele hatten aufgeatmet.

So war mein Vater denn auch nicht nur Mitwisser der Attentatspläne von 1944, die ja nur den Höhepunkt und das tragische Ende einer ganzen Reihe von vorausgehenden Attentatsversuchen kennzeichnen, sondern er hatte als Freund und Jahrgangskamerad Stauffenbergs eine Aufgabe, die nur von seiner Position in der Operationsabteilung des Oberkommando des Heeres (OKH) zu machen war. Er hat allerdings später nie öffentlich darüber gesprochen. Diese Aufgabe bestand darin, loyale Truppenteile der Wehrmacht zur Ausschaltung der Sicherungstruppen des Führerhauptquartiers heranzuführen. Dazu waren seiner Lagebeurteilung nach mindestens zwei Regimenter, besser eine Division, nötig. Das war deshalb schwierig, weil die Wehrmacht an allen Fronten bis zum äußersten angespannt und gebunden war. Truppenteile, die im Geist des Widerstandes einsetzbar waren, gab es allerdings zur Genüge.

Die Wehrmacht war ja eben in ihrer überwiegenden Mehrheit nicht nationalsozialistisch gesinnt,

obwohl das heute mit einer bis zur Geschichtsklitterung gehenden Pauschalisierung oft behauptet wird. "Die Wehrmacht ist die einzige Institution, die ich niemals wirklich mit meinem Geist erfüllen konnte", hat Hitler einmal gesagt. Er hat ihr immer misstraut. Und aus ihrer Mitte erwuchs denn auch der einzige Widerstand, der wirklich Aussicht auf Erfolg gehabt hat. Die einzigen ungebundenen Reserven also, die für diese so heikle wie wichtige Aufgabe in Frage kamen, ja, die dafür geschaffen worden waren, waren die Reiterverbände des Freiherrn von Boeselager. Und Boeselager hatte gesagt: "Das einzige, was ich brauche, ist ein Befehl direkt aus dem OKH. Ich brauche keinen Namen, aber ich brauche eine Stimme, die ich am Klang erkennen kann." "Dann kommt nur Kielmansegg in Frage", hatte ihm Tresckow, - Chef des Stabes der Heeresgruppe Mitte - geantwortet.

Die Verschwörer wussten, dass sie nur Erfolg haben konnten, wenn die Wehrmacht im Falle des gelungenen Attentats auf ihrer Seite stehen würde. Mein Vater sagte, sie wären sich dessen absolut sicher gewesen. Ich erzähle das, weil heute manche in einer seltsamen Geschichtsauffassung meinen, unsere Vergangenheit und damit auch die Tradition der Bundeswehr nur punktuell und bruchstückweise akzeptieren zu dürfen. So z. B. nur den Widerstand oder nur die preußischen Reformer oder gar überhaupt nur die Bundeswehr seit 1955. Das heißt aber, das Kontinuum der Geschichte zu leugnen, bzw. ängstlich fast alles zu verurteilen, was vor uns war. Keine andere Armee der Welt tut das, und sie haben fast alle auch sehr dunkle Perioden in ihrer Geschichte.

Auch die Bundeswehr ist nur ein Glied in der Kette der langen deutschen Militärgeschichte und nicht aus sich heraus.

Ihre großen Leistungen sind nicht vorstellbar ohne die Leistungen ihrer Vorgängerarmeen, von denen viele, darunter der ehemalige Botschafter der USA in Deutschland, Vernon Walters ebenso wie der ehemalige israelische Verteidigungsminister Moshe Dajan, gesagt haben, dass ihre Soldaten die besten der Welt waren. Sie liebten und kämpften vor allem für ihr Vaterland. Ihre Tragik und auch ihre Verstrickung war, dass sie gleichzeitig und oft ungewollt damit ein verbrecherisches Regime stützten. Aber wir müssen uns ihrer nicht schämen. Ich möchte hierzu Hannah Ahrendt, die große jüdische Philosophin, zitieren:

"Moralisch gesehen ist es ebenso falsch, sich schuldig zu fühlen, ohne persönlich etwas angerichtet zu haben, wie sich nicht schuldig zu fühlen, wenn man tatsächlich etwas begangen hat. Ich habe es immer für den Inbegriff der moralischen Verwirrung der Deutschen gehalten, dass sich im Deutschland der Nachkriegszeit diejenigen, die völlig frei von Schuld sind, ständig gegenseitig und aller Welt versichern, wie schuldig sie sich fühlen".

Von ihrem französischen Zeitgenossen, dem Philosophen Raymond Aron, stammt das Wort, dass man den Charakter eines Volkes daran erkenne, wie es nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgehe. Das für unser Land zu beurteilen, überlasse ich Ihnen. Ein letzter Punkt zum Thema Widerstand, der meinem Vater am Herzen lag. Die ganz überwiegende Mehrheit der Verschwörer, Soldaten wie Zivilisten, waren überzeugte Christen. Ohne ihren Glauben hätten sie die ungeheure Belastung des Krieges und des gleichzeitigen Versuchs eines mit höchsten Gefahren für sie selbst, ihre Familien und ihre Freunde verbundenen Staatsstreichs nicht ertragen und durchhalten können. Sie alle setzten das höchste Gut, ihr Leben, ein. Fast alle zahlten den Preis. Und dennoch handelten sie nach der Maxime: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Das mag an dieser Stelle genügen.

Nun also, meine Dame, meine Herren, werden Sie Offiziere. Das ist ein Beruf, auf den Sie stolz sein können. Er ist kein "notwendiges Übel". Sie sind als Soldaten Teil einer großen staatstragenden, völlig unverzichtbaren Institution, die den Schutz, die Souveränität, die politische Handlungsfähigkeit unseres Vaterlandes und darüber hinaus mit unseren alliierten Freunden die des erfolgreichsten Verteidigungsbündnisses der Welt garantiert. Ihren Auftrag im Frieden, im Einsatz und, wenn nötig, auch im Krieg zu erfüllen, fordert viel von Ihnen. Mit Job- und Karrieredenken ist das, vor allem unter Belastungen, wie sie nur unser Beruf mit sich bringen kann, nicht getan. Da muss aus dem Beruf schon Berufung werden. So altmodisch das im Zeitalter der Coolness auch anmuten mag.

Was meine ich damit? Sie sind alle bereits gestandene, erfahrene Soldaten. Sie wissen, was Sie wollen, Sie wissen und haben - hoffentlich - darüber nachgedacht, was Sie tun. Sie kennen das Berufsbild des Offiziers, des militärischen Führers und seine Anforderungen. Sie wissen um die notwendigen menschlichen und militärischen Tugenden. Und ich gebrauche diesen, manche vielleicht etwas altmodisch anmutenden Begriff mit Absicht. Denn keine Gemeinschaft kann unbeschadet ohne Tugenden ihrer Mitglieder bestehen. Verantwortungsgefühl gehört dazu, sowohl für die Ihnen anvertrauten Untergebenen wie für den Auftrag, Pflichtbewusstsein, Tapferkeit in Frieden und Krieg, Kameradschaft, vor allem auch die von oben nach unten, körperliche Leistungsfähigkeit und seelische Belastbarkeit, mitreißendes Vorangehen ebenso wie das Zurückstellen der eigenen Person hinter die Sache, Disziplin, Gehorsam und Treue. Das sind zeitlose Werte oder sie sollten es doch sein. Schon Friedrich Wilhelm I. von Preußen, der Soldatenkönig, nennt sie und fügt noch "Gottesfurcht, Klugheit, Herzhaftigkeit, Geduld, Nüchternheit und innerliches Vergnügen und Zufriedenheit" hinzu. Ich brauche Ihnen nicht weiter zu erklären, was damit gemeint ist. Aber das ist schon ein Furcht erregender Katalog. Wer soll denn das alles verkörpern? werden Sie mit Recht fragen. Doch ich denke, nicht auf Vollkommenheit kommt es an, fehlbar sind wir alle, sondern auf das stete Bemühen angesichts der Forderung des Tages, auf das Durchhalten von Prinzipien auch gegen die eigene Schwäche.

Über der amerikanischen Offizierschule Westpoint stehen die drei einfachen Worte: "Pflicht, Ehre, Vaterland". Das ist für fast alle Nationen ein klares Motto. Nur wir Deutsche trauen uns diese Klarheit nicht mehr zu. Dafür gibt es Gründe. Allerdings, ob sie richtig sind, ist eine andere Frage. Mit der Pflicht wissen wir noch etwas anzufangen, mit unserem Vaterland tun wir uns schon sehr viel schwerer und Ehre gar halten wir für einen völlig veralteten Begriff. Dabei hat er viel mit persönlicher Würde, mit Anständigkeit und mit Achtung vor Anderen und vor sich selbst zu tun. Alle Begriffe, alle Tugenden können missbraucht werden; das geschah immer und das geschieht heute, aber sie verlieren deshalb doch nicht ihren Wert.

Doch mir kommt es noch auf etwas anderes an. Etwas, was unseren Beruf von allen anderen unterscheidet. Nämlich das 'Kämpfen müssen' und das 'Kämpfen wollen' im Kriege, wenn es denn zum Äußersten kommt und das Gesetz es von uns verlangt. Das wiederum bedeutet in letzter Konsequenz auch Töten und Sterben. Von dieser Härte weiß der Friedensdienst wenig, ja, er schreckt oft vor ihr zurück. In der Öffentlichkeit wird dazu meistens geschwiegen oder höchstens lamentiert. Wir Soldaten aber müssen uns darüber völlig im Klaren sein. So sehr wir auch durch unsere Existenz, unsere Einsatzbereitschaft, unsere Stärke und unsere Verlässlichkeit als Instrument der Politik versuchen, das Äußerste zu verhindern. Wenn das aber misslingt, und leider ist die Zahl der Beispiele dafür Legion, dann müssen wir nach unserem Auftrag und, wo nötig, unter Einsatz unseres Lebens handeln. Tapfer, ohne zu zögern, ohne zu klagen und ohne Dank zu erwarten. Wer diese letzte Konsequenz nicht durchdacht und für sich entschieden hat, der darf den Beruf des Soldaten nicht ergreifen. Wer sich aber entschieden hat, der muss wissen, was er tut. Und das geht, glauben Sie mir, nur auf der Grundlage klarer ethischer Maßstäbe und einer verbindlichen Wertordnung, die nicht mit dem stets schwankenden Zeitgeist ihr Fähnchen im Winde wendet. Aber genau da liegt die große Schwäche unserer Zeit. Das wissen Sie alle. Doch man muß und darf deswegen nicht resignieren. Im Gegenteil; keiner ist gezwungen, die Wertezerstörung mitzumachen. Jeder kann die Fahne einer Überzeugung hochhalten, die tiefer gründet als die Oberflächlichkeit einer egoistischen Spaß- und Anspruchsgesellschaft, der nichts mehr heilig ist. Allerdings gehört heute mehr Mut dazu als je zuvor. Aber es war und ist immer unbequem, gegen den Strom zu schwimmen.

Eine Eigenschaft möchte ich noch herausgreifen und Sie Ihnen gleichzeitig sehr ans Herz legen. Bewahren Sie sich Ihre innere Unabhängigkeit. Hüten Sie sich vor Opportunismus. Bleiben Sie Ihrer Überzeugung treu, selbst und vielleicht gerade dann, wenn es Ihnen nicht zum persönlichen Vorteil gereicht. Ich will veranschaulichen was ich damit meine. Friedrich der II. von Preußen, der große König, bestrafte zwar in der Regel Insubordination, also Ungehorsam, streng, von seinen Offizieren aber verlangte er durchaus einen eigenen Kopf. "Ich habe Sie nicht zum Offizier gemacht, damit Sie mir meine Meinung sagen. Die kenne ich in der Regel selber, sondern ich verlange, dass Sie wissen, wann Sie ´nein´ sagen müssen."

Ein berühmtes Beispiel für solche unabhängige Haltung ist die Schlacht bei Rossbach 1757, also am Anfang des Siebenjährigen Krieges, gegen die Franzosen. Das preußische, zahlenmäßig weit unterlegene, Heer marschierte parallel, nur durch eine Hügelkette getrennt, zur Marschbewegung der Französischen Armee, wusste aber durch bessere Aufklärung von der Nähe des Feindes, während die französische Führung nichts ahnte. Friedrich befahl seinem Reiterführer, dem General von Seydlitz, unverzüglich und überraschend anzugreifen. Der jedoch kannte das Gelände besser und wusste, dass eine voraus liegende Enge die Franzosen in eine noch ungünstigere Lage bringen würde, während im Moment allenfalls ein Teilerfolg zu erreichen war. Er verweigerte den Befehl. Das wiederholte sich noch zweimal, bis der König in höchster Erregung rief: "Seydlitz, wenn er jetzt nicht angreift, kostet es ihn den Kopf!" Der General entgegnete ruhig: "Nach der Schlacht können Majestät über meinen Kopf verfügen. Jetzt brauche ich ihn noch selber." Er griff zu dem Zeitpunkt an, den er für den richtigen erkannt hatte und fügte den Franzosen bei geringen eigenen Verlusten eine vernichtende Niederlage zu.

Mir ist dieser Punkt auch deshalb so wichtig, weil ich in der Bundeswehr leider mehrere Male Fälle von vorauseilendem Gehorsam, von Opportunismus, von geschmeidiger Anpassung und "Nach dem Munde reden" wider besseres Wissen von hohen und höchsten Vorgesetzten erlebt habe, die erschütternd waren und die das Vertrauen der Truppe in die Führung sehr beschädigten. Dieses fehlende Rückgrat führte u.a. dazu, dass Vorgesetzte ihre Untergebenen schlicht im Stich ließen, noch bevor überhaupt ein Fehlverhalten nachgewiesen oder der betreffende Soldat gehört worden war; nur um die eigene Haut zu retten und aus panischer Angst, sich vielleicht politisch nicht korrekt zu verhalten. Jedes gegenseitige Treueverhältnis, jedes Fürsorge- und Fairnessgebot wurde da missachtet, die sonst so heilig gehaltenen Grundsätze der Inneren Führung eklatant verletzt. Ich wünsche dieser Bundeswehr wahrhaftig mehr Gelassenheit, Selbstbewusstsein und Souveränität im Umgang mit solchen Fällen, sowohl, was die Zivilcourage im internen Bereich, als auch, was die oft so leichtfertigen und ungeprüften Anwürfe aus Öffentlichkeit und Medien betrifft. Vor allem aber wünsche ich das vielen unserer Politiker, die bei bestimmten Vorwürfen aus ganz bestimmten Richtungen fast reflexartig zusammenzucken und dann pflichtgemäß ihre Kotau-Übung absolvieren. Wie viele Prinzipien, auch gerade in jüngster Zeit, auf dem Altar des Machterhalts und der Machtgewinnung geopfert wurden und werden, ist schon erschreckend.

"Politische Korrektheit" ist, nebenbei bemerkt, nichts anderes als ein verharmlosender Begriff dafür, dass den Bürgern von einem ganz bestimmten Meinungskartell unseres Landes mit subtiler Absicht vorgeschrieben wird, was sie zu sagen und was sie zu verschweigen, wie sie sich unserer Geschichte zu erinnern und welche Begriffe sie in welcher Interpretation zu gebrauchen haben. Wer dagegen verstößt, wird schnell und gnadenlos mit allen Mitteln des modernen Medientribunals mundtot gemacht, ja oft um Existenz und Ansehen gebracht. Sie alle kennen Beispiele.

Das aber sind Kennzeichen einer Gesinnungsgesellschaft unseligen Angedenkens.

Sie verletzen nicht nur Menschen, sondern das Grundrecht der Gedanken- und Meinungsfreiheit und sind einer Demokratie unwürdig. GRAF KIELMANSEGG 3 4 DAS SCHWARZE BARETT NR.40 Ein Beispiel couragierter Unterstützung durch Vorgesetzte in einer durchaus problematischen Lage, die sie selbst hätte in Schwierigkeiten bringen können, will ich Ihnen aber auch schildern. Es betrifft mich selbst. Ich bekam Anfang der 90er Jahre als Chef des Stabes der Heeresgruppe Nord, der NORTHAG also, die heute nicht mehr existiert, vom SACEUR persönlich den Auftrag, erste Operationspläne für ein Eingreifen der Nato in Amtshilfe für die UNO in den damals mit voller Heftigkeit in Bosnien tobenden jugoslawischen Krieg zu entwickeln. Wissen durfte davon offiziell niemand.

Die NORTHAG war damals das einzige hohe NATO-Hauptquartier, das voll beweglich war und solche Operationen durchführen konnte. Ich stellte sehr schnell fest, dass alle Nachrichten und Informationen, die ich für eine gründliche Beurteilung der Lage brauchte, höchst lückenhaft, unsicher, von nationalen Interessen gefärbt oder sogar falsch waren. Meinen Stab durfte ich mit wenigen Ausnahmen zu diesem Zeitpunkt nicht beteiligen. Die G2-Dienste der mir unterstellten nationalen Kontingente wussten wenig.

Es blieb nur eine Möglichkeit, ich musste mir selbst vor Ort, also im Kriegsgebiet, ein Lagebild verschaffen. Das war für einen deutschen Soldaten offiziell zu dieser Zeit nicht möglich. Doch wer viel fragt, bekommt viel Antwort; Ich wusste, die politische Leitung in Bonn würde auf jeden Fall "nein" sagen. Sie konnte gar nicht anders. Also fragte ich nicht, sondern meldete nur meinem militärischen Vorgesetzten meine Absicht. Das war der Generalinspekteur. Er hatten Bedenken, ließ sich jedoch überzeugen und deckte mich. Ich flog inkognito mit einer UNO-Maschine erst nach Zagreb, um die Haltung der Kroaten zu erkunden und von da in den Kessel des belagerten, umkämpften Sarajewo. Ich war dann da ungefähr eine Woche lang an der Front und bei der bosnischen Führung, eigentlich fast immer unter serbischem Feuer und bekam außerordentlich wichtige Informationen, auf deren Basis ich SACEUR den Entwurf eines Operationsplanes melden konnte, der dann eine der Grundlagen für das allerdings viel spätere Eingreifen der Amerikaner mit der Operation OLUJA 1995 wurde. Zunächst einmal torpedierte Frankreich alle militärischen Eingreifpläne, das sich, genau wie England und Russland im ersten Weltkrieg als Verbündeter Serbiens fühlte und insgeheim dessen Sieg wünschte, koste es auch die Existenz eines ganzen Volkes. Dieser amoralische, auf reiner Machtpolitik basierende, Zynismus unserer Verbündeten hat mir damals innerlich viel zu schaffen gemacht.

Eine bezeichnende Begegnung bei diesem Unternehmen möchte ich noch erwähnen. Ich sprach vorhin von der notwendigen seelischen Belastbarkeit des Soldaten. In Sarajewo war ich Zeuge des Verhörs eines gefangenen serbischen Offiziers, der etwas Englisch sprach. Auf die Bemerkung des vernehmenden bosnischen Offiziers, sie hofften auf die Hilfe der NATO, sagte er sarkastisch , zu mir gewandt: "Ihr verweichlichten Westler und eure Öffentlichkeit haltet keine hundert tote Soldaten aus. Wir halten 100000 aus, und deshalb werden wir diesen Krieg gewinnen."

Ich habe mich dann nachträglich bei meinem Minister gemeldet. Der hielt mir eine Standpauke, deren in der Tat triftigstes Argument war, was an internationalen Verwicklungen wahrscheinlich gewesen wäre, wenn mich ein serbischer Scharfschütze tatsächlich erwischt hätte. Er schloss mit dem Satz: "Herr General, Sie haben inkorrekt gehandelt." Ich antwortete: "Ja, aber ich denke, es war dennoch richtig," und dachte, nun schmeißt er mich hinaus. Er sah mich aber nur an und sagte nach einer Weile: "Ich hätte wahrscheinlich dasselbe getan." Das gibt es also auch. Er hätte mich auch vom Dienst suspendieren können. Das ist heute anders. Die Bundeswehr hat mehrere tausend Soldaten ständig im. Auslandseinsatz. Ihre Position ist rechtlich geklärt und gesichert. In der Bundeswehr wird daraufhin vorbereitet und ausgebildet. Diese Art von Einsatz ist jedoch nicht Krieg. Wirklicher Krieg ist etwas fundamental anderes. Der Einsatz, in dem sich die deutschen Soldaten und ihre alliierten Kameraden heute befinden, kann sich aber zumindestens in Einzelfällen schnell zu kriegerischen, gefechtsähnlichen Lagen und Kampfsituationen entwickeln. Manche von Ihnen sind ja bereits im Einsatz gewesen, andere können jederzeit dazu abkommandiert werden. In solchen Situationen zeigt sich, wer wes Geistes Kind ist, ob Charakter und soldatisches Können ausreichen und durchhalten. Ich habe darüber gesprochen.

Fast alle Beobachter sind sich darüber einig, wie gut die Bundeswehr in der Regel in ihren Auslandseinsätzen ihren Auftrag erfüllt, auch im internationalen Vergleich. Das ist ein Zeichen für die richtige Einstellung und Ausbildung. Sie können stolz darauf sein. Dennoch ist für Verbesserung immer Raum. Auch im persönlichen Bereich. Geben Sie sich nicht zu leicht zufrieden, bleiben Sie nicht stehen, entwickeln Sie sich weiter.

Als ich in Ihrem Alter war, gab es diese Situation nicht. Wir waren, wenn auch sicher nicht immer so wie wir es wünschten, auf den großen Krieg vorbereitet, für ihn ausgebildet und ausgerüstet. Auf die Abwehr eines Angriffs des Warschauer Paktes. Diese Art der Bedrohung ist vorbei. Aber sie ist nicht für alle Zeiten vorbei. Die Geschichte kennt kein " Niemals" und kein "Immer"; auch wenn viele das aus opportunen Gründen gerne glauben möchten. Daher haben Sie mit einem ganz anderen Problem fertig zu werden. Mit einem seit Jahren immer schärfer werdenden Finanzmangel, der eine Zeit lang als sogenannte Friedensdividende verkauft wurde, obwohl die Welt weder friedlicher noch die Aufträge einfacher geworden sind. Ich muss sagen, ich bewundere, wie die Bundeswehr bis jetzt mit dieser Belastung fertig geworden ist, vor allem psychisch. Aber ich halte als nunmehr außenstehender, aber doch nicht ganz fachunkundiger Beobachter die Folgen dieser Entwicklung in jeder Hinsicht für schlicht nicht mehr vertret- und verantwortbar. Der Satz: "Die Truppe macht das schon" - und sie macht es ja auch meistens irgendwie und oft erstaunlich gut - ist alt. Aber er zeugt in Wahrheit eher von Geringachtung und Unverständnis der Probleme der Truppe als von Führungsqualität und Verantwortungsbewusstsein.

Wenn der Umfang, die Struktur, die Ausrüstung und die Ausbildung von Streitkräften nicht mehr vor allem vom militärischen Auftrag, der immer über den Tellerrand der kurzfristigen Tagespolitik hinausgehen und hinaussehen muss, sondern eigentlich nur noch von zwei Faktoren bestimmt werden, nämlich von der Finanznot und einer einzigen Verwendungsmöglichkeit, nämlich der als Interventionsarmee, dann, glaube ich, kann das außerordentlich gefährliche Folgen haben. Entscheidende Fähigkeiten auf den Feldern, die ich eben ansprach, können Streitkräfte sehr schnell verlieren. Die Fähigkeit, unseren ursprünglichen und, wie ich glaube, nie völlig obsoleten Auftrag, nämlich Landesverteidigung, zu erfüllen, haben wir bereits verloren. Wir sind darüber längst schweigend hinweg gegangen, obwohl das, gesamtpolitisch und auf lange Sicht gesehen, eine dramatische, wahrscheinlich irreversible Entwicklung ist. Solche Fähigkeiten nämlich wieder zu gewinnen, wenn es politisch und militärisch notwendig werden sollte, kostet enormes Geld und dauert viele Jahre, wenn es überhaupt möglich ist.

Politik aber kann sich von heute auf morgen ändern. Ihre Handlungsfähigkeit und Flexibilität, vor allem in Krisenlagen, hängen jedoch auch und manchmal entscheidend, von den Fähigkeiten der verfügbaren Streitkräfte ab. Die großen Ereignisse der Weltpolitik der letzten zwei Jahrzehnte, der Zusammenbruch der Sowjetunion und des Warschauer Paktes, die Wiedervereinigung Deutschlands, der erste Golfkrieg, der zweite Golfkrieg, der Balkankrieg, die afrikanischen Katastrophen, um nur einige zu nennen, geschahen alle mehr oder weniger überraschend.

Und neben dem Terror des Islam, neben den Kriegen in Asien und Afrika, baut sich heute auch das stets unberechenbare Rußland wieder eine große Militärmacht auf. Doch zurück zu Ihnen, meine Dame und meine Herren, denn es ist Ihr Tag. Ich möchte Ihnen zum Schluss zwei Worte mit auf den Weg geben, die mich selbst während meiner Soldatenzeit begleitet haben. Das erste sagte uns unser Inspektionschef an der Offizierschule in Husum, wo sie damals lag, als wir vor fast auf den Tag heute vor 50 Jahren zum Fähnrich befördert wurden. Ein von uns verehrter Offizier und Ritterkreuzträger. Also einer jener ausgezeichneten Soldaten, die die Bundeswehr unter erheblichen Opfern und in sehr schwieriger Zeit aufgebaut haben, und die heute der Nichtachtung, ja Beschimpfung preisgegeben werden, nur weil sie in einer schrecklichen Zeit, die sie sich aber nicht aussuchen konnten, in der ganz überwiegenden Mehrzahl glaubten, nicht für den Nationalsozialismus, wohl aber für ihr Vaterland kämpfen zu müssen. Er beschloss seine Ansprache mit den Worten:

"Wenn ich Sie nun als angehende Offiziere in die Truppe entlasse, so behalten Sie eins immer im Herzen. Wenn Sie gute Vorgesetzte sein wollen, dann lieben Sie Ihre Soldaten, und das zeigen Sie ihnen bitte auch." Das andere Wort sagte mir mein Vater, der damals stellvertretender Kommandeur der 5. Panzerdivision war, anlässlich meiner Beförderung zum Leutnant. Es stammt vom Prinzen Eugen, einem der großen Feldherrn der deutsch/österreichischen Geschichte. Am Vorabend der Schlacht von Zenta bei Belgrad im Jahre 1697 gegen die Türken, einer Schlacht, die für die Bewahrung des Abendlandes vor dem Islam entscheidend war, hatte er nach der Ausgabe des "Operationsbefehls", wie wir heute sagen würden, seine Offiziere zu einem letzten Liebesmahl versammelt. Er beschloss dies mit den Worten: "Meine Herren, und nun bleibt ihnen nur noch eines, nämlich ihren Soldaten ein Beispiel zu sein. Dies allerdings mit einer Heiterkeit und Leichtigkeit, dass man ihnen daraus keinen Vorwurf machen kann." Mehr kann man nicht sagen. Ich danke Ihnen.

Johann Adolf Graf von Kielmansegg 1906-2006

Johann Adolf Graf von Kielmansegg Buchcover
Buchcover

Deutscher Patriot-Europäer-Atlantiker, von Karl Feldmeyer u. Georg Meyer Hrsg.v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Verlag Mittler&Sohn 2007, broschiert, Euro 19,90

Johann Adolf Graf von Kielmansegg,

(* 30. Dezember 1906 in Hofgeismar, Hessen; gest. 26. Mai 2006 in Bonn) war ein deutscher Offizier in der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr!

Leben und militärischer Werdegang

Er kam am 30. Dezember 1906 im hessischen Hofgeismar als jüngstes von drei Kindern des Grafen Adolf Johann (1864-1907) und der Eva Mathilde von Werner (1868-1953) zur Welt. Seine Schwestern Ilse (1889-1986) und Anna Dorothee (1892-1993) heirateten jeweils in adlige Familien ein. Sein Vater starb bereits 1907.

Er trat am 7. April 1926 nach seinem Abitur an der Klosterschule Roßleben in die Reichswehr ein und diente als Kavallerieoffizier im 16. Reiterregiment in Hofgeismar, Langensalza und Erfurt. 1930 wurde er zum Leutnant befördert.

Nach seiner Beförderung zum Hauptmann am 1. Januar 1937 erhielt er von Oktober 1937 bis August 1939 seine Generalstabsausbildung an der Kriegsakademie in Berlin. Im 2. Weltkrieg diente er in verschiedenen Truppen-, Stabs- und Frontverwendungen der Wehrmacht in Polen, Frankreich und Russland. 1941 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel "Panzer zwischen Warschau und Atlantik". Von 1942 bis 1944 war er in der Operationsabteilung des Oberkommando der Wehrmacht (OKW) zum 1. Mai 1944 zum Oberst i.G. befördert. Als Mitverschwörer des Staatsstreichs vom 20. Juli 1944 wird er von der Gestapo verhaftet, am 23. Oktober 1944 aber wieder freigelassen. Er erhielt am 25. November 1944 das Kommando über das im Juli 1942 aufgestellte Panzergrenadierregiment 111 und führte diesen Verband bis zum 16. April 1945. Nach dem Krieg in zunächst britischer, später amerikanischer Kriegsgefangenschaft wurde er im Mai 1946 entlassen und arbeitete zunächst als Kraftfahrer in einem landwirtschaftlichen Betrieb, ab Februar 1948 als Journalist und ab 1949 als Verlagskaufmann in Hamburg.

Im Oktober 1950 Mitarbeit an der geheimen "Himmeroder Denkschrift". 1950 wurde er in das Amt Blank in Bonn berufen, wo er vom 1. Dezember 1950 bis 1955 zunächst Referent für Militärpolitik, dann "Unterabteilungsleiter Allgemeine Fragen der Landesverteidigung" war. In dieser Zeit war er der deutsche Delegierte bei den Verhandlungen über die EVG und die Pariser Verträge. Kielmansegg gilt als einer der geistigen Väter des Prinzips "Innere Führung", das mit dem Begriff des Staatsbürgers in Uniform zum Markenzeichen der Bundeswehr wurde.

Kielmansegg trat 1955 in die Bundeswehr im Rang eines Brigadegenerals (mit Wirkung vom 1. November 1955) ein. Von 1955 bis 1958 vertrat er als "Nationaler Militärischer Repräsentant" im Obersten Hauptquartier der alliierten Mächte in Europa (SHAPE) - damals noch in St. Germain in Frankreich - die Bundesrepublik Deutschland. 1958 bis 1960 Kommandeur 5. Panzerdivision in Koblenz 1960 bis 1963 Kommandeur 10. Panzergrenadierdivision in Sigmaringen. Ab 1963 NATO-Oberbefehlshaber der Alliierten Landstreitkräfte Europa Mitte (COMLANDCENT, Allied Land Forces Central Europe) in Fontainebleau in Frankreich (1. September 1963 zum General befördert). 15. März 1967 NATO-Oberbefehlshaber (CINCENT, Commander in Chief Allied Forces Central Europe) der Alliierten Streitkräfte Europa Mitte (AFCENT, Alliied Forces Central Europe) zunächst in Fontainebleau, ab dem 1. Juli 1967 in Brunssum (Niederlande). Am 1. April 1968 beendete er seine militärische Karriere, 1965 wurde er mit dem Freiherr-vom-Stein- Preis ausgezeichnet, außerdem wurde er vom französischen Präsidenten de Gaulle zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt.

Auszeichnungen

Eiserne Kreuz I.und II. Klasse 1944 Kommandeurkreuz des königlich-rumänischen Ordens der Krone mit Schwertern 1944 Komturkreuz des königlich-ungarischen Ordens der Stefanskrone mit Schwertern 1966 Kommandeurkreuz der französischen Ehrenlegion 1965 Freiherr-vom-Stein-Preis 1968 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband 1968 Kommandeurkreuz der Legion of Merit

Werke

  • "Panzer zwischen Warschau und Atlantik" Berlin 1941
  • "Der Fritschprozess 1938 : Ablauf und Hintergründe", Hoffmann & Campe 1949
  • "Die Vertragswerke von Bonn und Paris vom Mai 1952" Verl. f. Geschichte und Politik Frankfurt 1952
  • "Unbesiegbar? China als Militärmacht", Seewald 1985, ISBN 3-512-00721 -X. mit Oskar Weggel

Zurück

© Freundeskreis Offiziere der Panzertruppe e.V. | Webdesign von webdesign24.biz
Generalleutnant Jacobson
Generalleutnant Jacobson

Carsten Jacobson

Generalleutnant
Vorsitzender

General a.D. Wolfgang Brüschke
General a.D. Wolfgang Brüschke

Wolfgang Brüschke

Brigadegeneral a.D.
Stellvertretender Vorsitzender

Oberst a.D. Schneider
Oberst a.D. Schneider

Wolfgang Schneider

Oberst a.D.
Stellvertretender Vorsitzender