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Das Ausbildungskommando

2015-06-06 09:30
von Redaktion
Band-6

Wir im Heer – Ausbildung mit Leidenschaft

Oberst i.G. Peldszuch anlässlich seines Vortrages
Oberst i.G. Peldszuch anlässlich seines Vortrages
Oberst i.G. Peldszuch anlässlich seines Vortrages

Die Bundeswehr, und damit auch das Heer, befinden sich in einem fundamentalen Umbruch. Als ein wesentlicher Pfeiler der strukturellen Neuausrichtung wurde das Ausbildungskommando des Heeres am 28. Juni 2013 in Leipzig in Dienst gestellt. Mit einer im Heer einzigartigen Aufgabe, welche hohe Leitungsverantwortung und Fachexpertise zugleich fordert, wurde dieses neue Kommando beauftragt.

Es verantwortet nunmehr vollumfänglich die Fachaufgabe "Ausbildung im Heer" und führt alle Schulen und Ausbildungseinrichtungen des Heeres Das Heer verfolgt mit der Aufstellung des Ausbildungskommandos in Leipzig einen neuartigen und konsequenten Ansatz hinsichtlich der Ausgestaltung der Ausbildung. Das Ausbildungskommando setzt die Zielvorgaben vom Kommando Heer in die Grundlagen für die Truppenausbildung, der lehrgangsgebundenen Individualausbildung, hier liegt zunächst der Schwerpunkt, und in der streitkräftegemeinsamen Ausbildung im Heer um.

Auch Aspekte der internationalen Ausbildungskooperation und der Ausbildungsunterstützung gehören zum umfassenden Aufgabenpaket dieses neuen Kommandos. Weiterhin verantwortet das Ausbildungskommando die Planung, Steuerung und Koordinierung der Ausbildungsund Übungseinrichtungen des Heeres, wobei es auch Anweisungen zur Nutzung dieser Einrichtungen erteilt. Darüber hinaus werden den Deutschen Anteilen der Multinationalen Korps, den Divisionen und den Deutschen Anteilen der Deutsch/Französischen Brigade durch das Ausbildungskommando Ausbildungsgrundlagen zur Verfügung gestellt.

Gliederung Ausbildungskommando
Gliederung Ausbildungskommando

Durch die Indienststellung des Ausbildungskommandos erfolgt eine konsequente Führung der gesamten Ausbildung des Heeres aus einer Hand. Sämtliche Durchführungs- und Fortentwicklungsaufgaben im Bereich der Ausbildung werden hier zielgerichtet zentralisiert. Zur Erfüllung der Aufträge des Zwei-Sterne Kommandos stehen dem Kommandeur "klassische" Stabsabteilungen sowie eine Fachgruppe zur Seite. Die Stabsabteilungen sind im Kern für die truppendienstliche Führung des nachgeordneten Bereichs verantwortlich, wohingegen die Fachgruppe die spezifischen, fachlichen Aufgaben wahrnimmt. Der stellvertretende Kommandeur des Ausbildungskommandos unterstützt den Kommandeur in der Auftragserfüllung. Er ist in seiner Funktion als unmittelbarer Stellvertreter auch Kommandeur der Zentralen Ausbildungseinrichtungen und mit deren fachlicher und truppendienstlicher Führung betraut.

Insgesamt dienen im Stab des Ausbildungskommandos des Heeres circa 250 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im nachgeordneten Bereich sind rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten sowie 2.000 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Das Herzstück des Stabes des Ausbildungskommandos ist die Fachgruppe mit ihren sieben Dezernaten. Hier werden nahezu alle Themengebiete der Ausbildungsgestaltung im Heer abgedeckt. Im Dezernat 1 werden die querschnittlichen und übergreifenden Aspekte der Führerausbildung sowie der zivil-beruflichen Aus- und Weiterbildung der Heeresuniformträger bearbeitet, koordiniert, überwacht und gesteuert. Die Aufnahme des Ausbildungsbetriebes in den drei Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillonen seit dem 02.01.2014 war der eindeutige Schwerpunkt dieses Dezernates. Darüber hinaus ist der Prozessbeauftragte Heer des Hauptprozesses Individualausbildung diesem Dezernat zugeordnet. Auch die fachliche Führung der ZAW-Betreuungsstellen ist in diesem Dezernat verankert.

Die truppengattungsspezifische Expertise ist im Dezernat 2 und Dezernat 3 verankert. Hier werden beispielsweise truppengattungsgebundene Ausbildungsdokumente erstellt, Erfahrungsberichte der Truppe sowie Vorgaben vom Kommando Heer ausgewertet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden in Folgemaßnahmen umgesetzt. Im Dezernat 2 werden die Aufgaben zur lehrgangsgebundenen Ausbildung der Kampftruppen und Heeresflieger, im Dezernat 3 die der Heeresaufklärungstruppe sowie der Kampf-, Einsatz- und Führungsunterstützungskräfte, verantwortet.

Unterstützungsleistungen werden im Dezernat 4 und Dezernat 5 sowohl für das gesamte Heer, als auch für andere militärische Organisationbereiche erbracht. Das Dezernat 4 befasst sich dabei insbesondere mit der Steuerung der Durchführung simulationsgestützter Ausbildungen und Übungen. Es ist fachlich zuständig für die Modernisierung und Anpassung der zentralen Ausbildungseinrichtungen und der Übungseinrichtungen an den Ausbildungszentren mit Blick auf Simulationssysteme und Simulatoren. Dabei stehen zurzeit der Erhalt und die perspektivische Steigerung der Ausbildungsqualität im Gefechtsübungszentrum und im Gefechtssimulationszentrum des Heeres als wesentliche Träger der einsatzorientierten Ausbildung im Fokus des Ausbildungskommandos.

Federführend bei der Erschließung und Nutzung neuer didaktisch-methodischer Möglichkeiten durch den Einsatz moderner Ausbildungstechnik ist das Dezernat 5. Hier sind u.a. die Entwicklung digitaler Ausbildungshilfsmittel sowie die Gestaltung und Implementierung der Fernausbildung verortet. Das Dezernat 6 führt die Ausbildungseinrichtungen im Aufgabenbereich der Lehrgangsplanung sowie Lehrgangssteuerung und verantwortet zugleich die Nutzerbetreuung des Integrierten Ausbildungsmanagementsystems. Bis in das Jahr 2015 hinein wird ein weiterer Arbeitsschwerpunkt die Bearbeitung aller lehrgangsbezogenen Fragen zur derzeit laufenden Soll/Org-Überprüfung aller Ausbildungseinrichtungen des Heeres bilden.

Gliederung nachgeordneter Bereich
Gliederung nachgeordneter Bereich

Der zentrale Ansprechpartner im Heer für Fragen bzgl. ausgewählter Durchführungsaspekte der internationalen Ausbildung und Zusammenarbeit ist das Dezernat 7. Zudem steuert es die Nutzung von Truppenübungsplätzen, bündelt Expertise zur Truppenausbildung sowie streitkräftegemeinsamer Ausbildung und verantwortet die Belange des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr im Verantwortungsbereich des Ausbildungskommandos. Das Ausbildungskommando führt die Ausbildungseinrichtungen des Heeres, die sich in der Zielstruktur weiterhin in Schulen, Ausbildungszentren und Zentrale Ausbildungseinrichtungen gliedern.

Dislozierung
Dislozierung

Eine der wesentlichen Veränderungen im Zuge der Neuausrichtung ist die Verlagerung der Teilaufgabe Weiterentwicklung der Truppengattungen. Diese wurde bisher an den Schulen wahrgenommen und ist künftig beim Amt für Heeresentwicklung verortet. Alle Ausbildungseinrichtungen werden zudem personell und materiell auf die neue Struktur HEER2011 ausgerichtet. Die Planungen dazu haben begonnen und die Umgliederung soll im Jahr 2016 abgeschlossen werden. Die Heeresfliegerwaffenschule beispielsweise wird in ein Internationales Hubschrauberausbildungszentrum umbenannt und soll künftig auch Aspekte der Luftlande- und Lufttransportausbildung verantworten. Die ehemalige Artillerieschule wechselt als Ausbildungsbereich Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung/ Indirektes Feuer in den Verantwortungsbereich des Ausbildungszentrums Munster.

Das VN (Vereinte Nationen) Ausbildungszentrum der Bundeswehr wird zukünftig – wie bereits jetzt

  • das Ausbildungs- und Übungszentrum Spezielle Operationen
  • das Gefechtsübungszentrum des Heeres
  • das Gefechtssimulationszentrum des Heeres

eine selbständige Zentrale Ausbildungseinrichtung sein und unmittelbar dem Ausbildungskommando unterstehen. Zusätzlich wird bis 2016 das Ausbildungs- und Übungszentrum luftgestützte Einsätze in Celle etabliert.

Die Leitungsspanne des Kommandos wird damit in der neuen Struktur zwölf unmittelbar nachgeordnete Dienststellen umfassen. Diese sind in sich sehr unterschiedlich gegliedert und ausgerichtet, um den vielfältigen und umfangreichen Ausbildungsverpflichtungen des Heeres sowie den streitkräftegemeinsamen Anforderungen bestmöglich gerecht zu werden. So werden im Heer unter der Verantwortung des Ausbildungskommandos 620 verschiedene Trainingstypen angeboten in denen

  • wertegebunden
  • einsatzorientiert
  • professionell
  • und attraktiv

aus Überzeugung und mit Leidenschaft ausgebildet wird. Insgesamt konnten im Jahr 2013, in dem das Kommando aufgestellt wurde, 2.300 Trainings mit rund 33.000 Lehrgangsteilnehmern durchgeführt werden.

Mit der Einnahme der Struktur HEER2011 reagiert die Bundeswehr auf verschiedene, neue Rahmenbedingungen, wie z.B. den demographischen Faktor, die Aussetzung der Wehrpflicht und die Haushaltslage, aber auch auf ein gewachsenes, sicherheitspolitisches Anforderungsprofil. Letzteres erfordert eine Durchsetzungsfähigkeit im gesamten Aufgaben- und Intensitätsspektrum und zugleich ein differenziertes Durchhaltevermögen unserer Soldatinnen und Soldaten. Das Fundament für den Erfolg im Einsatz und den besten Schutz unserer Frauen und Männer dort bildet eine exzellente Ausbildung. Diesem Anspruch fühlen sich alle Angehörigen des Ausbildungskommandos mit Herz, Verstand und Leidenschaft verpflichtet.

Das Bewusstsein, die Verantwortung für die Ausbildung im Heer vollumfänglich zu tragen, schlägt sich nieder in der selbst auferlegten Verpflichtung, die Ausbildung stets wertegebunden, einsatzorientiert, professionell und attraktiv zu gestalten. Diesem Anspruch folgend entstand das Motto des Ausbildungskommandos: "Wir im Heer – Ausbildung mit Leidenschaft".

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Generalleutnant Jacobson
Generalleutnant Jacobson

Carsten Jacobson

Generalleutnant
Vorsitzender

General a.D. Wolfgang Brüschke
General a.D. Wolfgang Brüschke

Wolfgang Brüschke

Brigadegeneral a.D.
Stellvertretender Vorsitzender

Oberst a.D. Schneider
Oberst a.D. Schneider

Wolfgang Schneider

Oberst a.D.
Stellvertretender Vorsitzender