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Das PzBtl 83

2015-07-12 15:41
von Redaktion
Traditionsverbände

Der Traditionsverband Panzerbataillon 83 stellt sich vor

Logo Panzerbataillon 83
Panzerbataillon 83

Das Bataillon wurde am 01. Oktober 1958 als eines der ersten Panzerbataillone der Heeresstruktur 2 in der Lüneburger Schlieffen–Kaserne aufgestellt. Zunächst war es mit dem KPz M 47 ausgerüstet. Bis 1959 erfolgte die Umrüstung auf den M 48 A 2 und 1961 die Kampfwertsteigerung auf M 48 A 2 C. 1966 wurde das Bataillon mit dem KPz Leopard 1 und 1981 schließlich mit dem Leopard 2 ausgestattet.

Der Verband hat insgesamt vier Mal an der "Canadian Army Trophy (CAT)" teilgenommen und belegte dabei 1964 und 1973 den 1. Platz und 1963 den 2. Platz, Leistungen, die die beteiligten Soldaten bis heute mit Stolz erfüllen. Am 27. März 1992 wurde das Bataillon im Rahmen eines Feierlichen Appells außer Dienst gestellt. Fortan existierte er noch als nichtaktiver Verband, zuletzt in Munster, bis zur endgültigen Auflösung im Jahre 2008 genau 50 Jahre nach seiner Aufstellung.

Großübungen und Hilfseinsätze

Sturmflut Hamburg 1962
Sturmflut Hamburg 1962

Das Bataillon hatte sich wie alle damaligen Truppenteile neben dem klassischen Ausbildungsdienst in zahlreichen Großübungen von der Brigadeebene über Divisionsübungen bis zu den großen Heeresübungen zumeist im freien Gelände zu bewähren. Die größeren dieser Übungsvorhaben dienten zu Zeiten des Kalten Krieges neben der Ausbildung stets auch als politisches Signal, unser Land mit aller Entschlossenheit verteidigen zu wollen. In den Erinnerungen verankert sind zudem die Katastrophenhilfseinsätze beim Waldbrand in der GÖHRDE (1959), der Flutkatastrophe in HAMBURG (1962), dem Waldbrand bei GORLEBEN und dem Bruch des Elbe – Seiten - Kanals (jeweils 1976) sowie bei der Schneekatastrophe in NORDDEUTSCHLAND (1979).

Patenschaften

Patenschaften
Patenschaften

Der aktive Verband pflegte mehrere Patenschaften. Herausragend war hier die Verbindung zu den letzten Angehörigen des ehemals Königlich Preußischen Infanterieregimentes von Borcke (4. Pommersches) Nr. 21. Diese Verbindung war entstanden, nachdem die Garnisonstadt Lüneburg eine Patenschaft mit dem heute polnischen THORN, dem letzten Stationierungsort des Regimentes, begründet hatte. Hinzu kam eine Patenschaft zum 4. Regiment Lansiers (BELGIEN) mit damaligem Stationierungsort SOEST in WESTFALEN. Darüber hinaus existierten Patenschaften der einzelnen Kompanien zu Städten und Dörfern im Umkreis von LÜNEBURG sowie zu sozialen Einrichtungen. Hier entstanden zwischenmenschliche Kontakte, die teilweise bis heute gepflegt werden.

Die Garnisonstadt LÜNEBURG

Marsch durch Lüneburg
Marsch durch Lüneburg

LÜNEBURG war zu Zeiten des Kalten Krieges mit seinen drei Kasernen vor allem Garnisonstadt der Panzerbrigade 8 und starker Divisionstruppen der 3. Panzerdivision. Heute sind in der verbleibenden Theodor–Körner–Kaserne noch das Aufklärungslehrbataillon 3 "Lüneburg" und verschiedene kleinere Dienststellen stationiert. Damit ist LÜNEBURG wie in den vergangenen Jahrhunderten bedeutende Soldatenstadt. Viele ehemalige Soldaten haben dort ihren Altersruhesitz genommen und sich teilweise in Traditionsverbänden organisiert.

Gründung des Traditionsverbandes

Im Zuge der Auflösung des aktiven Bataillons traf sich zunächst ein kleiner Kreis ehemaliger Soldaten und ziviler Mitarbeiter zu Stammtischrunden. Daraus entstand schließlich auf Anregung des letzten Bataillonskommandeurs im Januar 1992 der Traditionsverband Panzerbataillon 83. Ein engagierter Vorstand mit wechselnden Offizieren, Unteroffizieren und Beamten gewährleistet seither ein reges Vereinsleben. In ihrer Satzung haben sich die Gründungsmitglieder das Ziel gesetzt, Beziehungen zwischen den ehemaligen Angehörigen des Bataillons und der Bevölkerung sowie zur verbleibenden aktiven Truppe und den anderen Traditionsverbänden im Standort zu pflegen. Dieses Ziel soll insbesondere durch Vorträge, Besichtigungen, kulturelle, kameradschaftliche oder staatsbürgerliche Veranstaltungen erreicht werden. Von vornherein kam es den Beteiligten darauf an, einerseits in kameradschaftlicher Verbundenheit Erinnerungen und Verbindungen unter Einbeziehung der Familien zu pflegen, sich andererseits jedoch auch sicherheitspolitisch und militärisch auf dem Laufenden zu halten. So werden die Mitglieder des Traditionsverbandes in die Lage versetzt, als kompetente Mittler gegenüber dem sonstigen zivilen Umfeld aufzutreten. Die Ziele des Traditionsverbandes wurden aufgrund des großen Engagements der zwischenzeitlich bis zu 165 Mitglieder schon bald mit Leben erfüllt. Heute kann der Verband auf eine eindrucksvolle Bilanz seiner vielfältigen Aktivitäten zurück blicken. Mit regelmäßigen Rundschreiben sowie Jahresbriefen werden alle Mitglieder über den Verlauf von Veranstaltungen und geplante Vorhaben informiert. Diesem Zweck dient auch die mittlerweile eingerichtete Homepage.

Regelmäßige Aktivitäten

Der Traditionsverband führt jährlich zwei Stammtische durch. Zu diesen Runden sind auch Ehefrauen und Partnerinnen eingeladen. Die Männer sind sich bewusst, dass ihre Frauen während ihrer aktiven Dienstzeit oft genug allein gelassen werden mussten. Dies gilt es nunmehr ein wenig zu heilen. Der Ort dieser Treffen des Traditionsverbandes sind die glücklicherweise von der aktiven Truppe in der Theodor – Körner – Kaserne bereitgestellten Traditionsräume. Hinzu kommt jährlich ein Grillfest im einzig verbleibenden Offizierheim des Standortes. Dort wird das Jahr auch mit einem Grünkohlessen abgeschlossen.

Totengedenken

Totengedenken
Totengedenken

Nachdem die Schlieffen - Kaserne seit 1995 nicht mehr als Bundeswehrkaserne genutzt wird, ist es 2005 im Rahmen einer logistischen Meisterleistung gelungen, mit schwerem Gerät der Truppe insgesamt 15 Gedenksteine aus den aufgegebenen Kasernen in die verbleibende Theodor–Körner–Kaserne umzusetzen. Sie haben dort in einem neu gestalteten Ehrenhain einen sehr würdigen Platz gefunden.

Dort findet seither am Gedenkstein des Panzerbataillons 83 und dem des Traditionsregimentes jeweils zum Volkstrauertag eine Feierstunde statt. Die Gedenkreden werden dabei durch politische Mandatsträger sowie ehemalige Kommandeure und weitere frühere Bataillonsangehörige gehalten. Auch lässt es sich der ehemalige Militärpfarrer Karl Georg Meier nicht nehmen, die Gedenkfeiern in alter Verbundenheit mit seinen Soldaten seelsorgerisch zu begleiten.

Informationsfahrten

Neben den jährlich wiederkehrenden Aktivitäten bietet der Verband seinen Mitgliedern ein- bis mehrtägige Ausflüge an. Diese führten bisher in verschiedene Regionen DEUTSCHLANDS und mit einer Fahrt nach OSTPREUSSEN im Jahr 1914 sogar weit darüber hinaus. Bei einer Bootsfahrt auf der ELBE konnten beispielsweise nicht nur die Vorzüge der reizvollen Flusslandschaft genossen, sondern auch die Erinnerungen an die frühere innerdeutsche Grenze aufgefrischt werden. Zumindest die älteren Soldaten verbanden damit den damaligen Einsatzauftrag ihres Bataillons im Rahmen der Vorneverteidigung unseres Landes. Im Rahmen einer BERLIN – Reise wurde im Reichstag über die Arbeit unserer Parlamentarier informiert. Eine weitere Reise führte nach SCHLESWIG und JÜTLAND auf die Spuren des Deutsch – Dänischen Krieges von 1864.

Im Süden erfolgte eine Fahrt nach MÜNCHEN zum damals fusionierten Wehrbereichskommando VI / 1. Gebirgsdivision noch kurz vor der Auflösung der Gebirgsdivision im Jahre 2001. Neben ausgewählten kulturellen Highlights der Landeshauptstadt wurden der Reisegruppe am Alpenrand durch Kräfte des Gebirgsjägerbataillons 233 und der Gebirgs- und Winterkampfschule in MITTENWALD die speziellen Fähigkeiten der deutschen Gebirgstruppe näher gebracht. Im Westen führte eine Fahrt nach AURICH in OSTFRIESLAND und zum Jagdgeschwader 71 "Richthofen" in WITTMUND. Dabei informierte sich die Reisegruppe ausführlich über Rolle und Auftrag des Jagdgeschwaders.

Truppenbesuche

Mindestens ein Mal im Jahr konnten bisher Besuche bei der aktiven Truppe realisiert werden. Als Gastgeber zumindest kleiner Kontingente fungierten neben den bereits erwähnten:

  • das frühere Wehrbereichskommando I " Küste" in KIEL
  • das Gefechtsübungszentrum des Heeres in der LETZLINGER HEIDE
  • die Heeresfliegerwaffenschule in BÜCKEBURG
  • die Logistikschule der Bundeswehr in GARLSTEDT
  • die Führungsakademie der Bundeswehr in HAMBURG
  • das Heer mit seiner Informations- und Lehrübung (ILÜ) in MUNSTER und BERGEN sowie
  • die frühere Panzerbrigade 14 in NEUSTADT (HESSEN)

HOHEBACH und TUTENBERG

Ein außergewöhnliches Vorhaben führte 2011 eine Gruppe von über vierzig Panzermännern auf den Truppenübungsplatz BERGEN, mit dem jeder Teilnehmer ganz besondere Erinnerungen verbindet. In diesen zu schwelgen war durchaus ein Ziel der Ausfahrt. Zum anderen verfolgten die Teilnehmer mit großem Interesse, wie die Platzbetreiber vor und hinter den Kulissen für bestmögliche Ausbildungs-bedingungen insbesondere der Einsatzkontingente Sorge tragen. Auch ein Übungsplatz lässt erkennen, wie grundlegend sich die Aufgaben der Streitkräfte in den letzten 20 Jahren verändert haben.

Schießbahn auf dem Truppenübungsplatz Bergen
Schießbahn auf dem Truppenübungsplatz Bergen

Auf der Route lagen ausgewählte Schießbahnen und Übungsräume mit den Höhepunkten Schießbahn 9, HOHEBACH und TUTENBERG, alles Stationen, die noch jedermann bestens vertraut waren.

Dank und Ausblick

Die Mitglieder des Traditionsverbandes sind sich darüber im Klaren, dass attraktive Vorhaben nur mit Unterstützung der aktiven Truppe zu realisieren sind. Diese wird am Standort vor allem durch das Aufklärungslehrbataillon 3 "Lüneburg" großzügig gewährt. Dieser Rückhalt durch die aktiven Kameraden wird sehr dankbar wahrgenommen. Dieser Dank gilt auch für Einladungen zum Tag des Ausbildungszentrums MUNSTER sowie zu den Symposien der Freundeskreise Offiziere der Panzertruppe und der Panzergrenadiertruppe in das Mutterhaus der Truppengattung sowie allen weiteren besuchten Dienststellen. Im Ergebnis wird so gewährleistet, dass die älter werdenden Panzerkameraden keineswegs nur in Erinnerungen an vergangene Jahre verharren, sondern auf der Höhe der Zeit bleiben und die heutige Bundeswehr verstehen. Näheres über diesen stets sehr aktiven Traditionsverband kann auch im Internet unter www.panzerbataillon83.de verfolgt werden.

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Generalleutnant Jacobson
Generalleutnant Jacobson

Carsten Jacobson

Generalleutnant
Vorsitzender

General a.D. Wolfgang Brüschke
General a.D. Wolfgang Brüschke

Wolfgang Brüschke

Brigadegeneral a.D.
Stellvertretender Vorsitzender

Oberst a.D. Schneider
Oberst a.D. Schneider

Wolfgang Schneider

Oberst a.D.
Stellvertretender Vorsitzender