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Eigentlich schon hinter der Zeit

2020-10-10 14:36
von Redaktion
Band-7

Digitalisierung Landbasierter Operationen

Berichterstattung: Oberst a.D. Bernd-Günter Köpcke.

Thematisch stand die „Digitalisierung Landbasierter Operationen“ (D-LBO) im Mittelpunkt des diesjährigen gemeinsamen Symposiums der Panzertruppen, turnusgemäß ausgerichtet vom Freundeskreises Offiziere der Panzertruppe.

Plenum
Foto: Hanske

Sichtlich erfreut konnte Generalleutnant a.D. Carsten Jacobson als diesjähriger Gastgeber, gemeinsam mit Gen- Maj Gunter Schneider als Vorsitzender des Freundeskreises der Panzergrenadiertruppe. die zahlreichen Teilnehmer im bis auf den letzten Platz gefüllten Auditorium begrüßen. Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass eine große Anzahl jüngerer Offiziere aus der Truppe und von den Schulen der Einladung gefolgt war. Insgesamt waren die Teilnehmer alters- und dienstgradmäßig querschnittlich ausgewogen abgebildet, darunter auch aktive wie ehemalige Generale der jeweiligen Truppengattung. Und keinesfalls ein „Veteranentreffen“, die Uniformträger hatten ein deutliches Übergewicht. Bedauerlich war lediglich, dass der Abordnung von studierenden Offizieren einer Universität die Teilnahme aufgrund fehlender Reiseerlaubnis verwehrt wurde.

Gleich zu Beginn bedankte sich General Jacobson ausdrücklich beim Hausherrn, dem Kommandeur des Ausbildungszentrums, BrigGen Spannuth, dass dieser nach gründlicher Abwägung die Gastgeberorganisation trotz der sich am Horizont abzeichnenden „Corona-Beschränkungen“ in gewohnter Weise zur Verfügung stellte und damit erst die Durchführung des Symposiums möglich wurde.

GenLt a.D. Jacobson begrüßt die Teilnehmer. Foto: Hanske
GenLt a.D. Jacobson begrüßt die Teilnehmer. Foto: Hanske

Sein Dank galt aber ebenso den Teilnehmern, die es sich trotz „Corona“ nicht haben nehmen lassen, dem Symposium beizuwohnen und damit ihr Interesse und Ihre Verbundenheit zu den gepanzerten Truppen sichtbar demonstrierten. Offensichtlich haben wir mit dem Thema einen „Nerv“ getroffen, so der Vorsitzender in seiner Begrüßung und umriss kurz die Bedeutung des Themas für die künftige Entwicklung der Landstreitkräfte. Thematisch befinden wir uns nicht im „Heute“, sondern im „Morgen“, die Digitalisierung bestimme die Zukunftsfähigkeit der Streitkräfte und mit Stand heute und dem Blick voraus muss man leider feststellen, dass wir mit der Entwicklung möglicherweise 20 Jahre hinter der Zeit sind.

BrigGen Spannuth Foto: Hanske
BrigGen Spannuth Foto: Hanske

Wir brauchen zwingend die Technik und Systeme für die digitale Welt, ansonsten ist die Interoperabilität unserer Streitkräfte nicht mehr gegeben. Die kommende Kommunikation wird fast ausschließlich digitalisiert ablaufen, wir müssen den Wohlfühlcharakter „Funk“ hinter uns lassen. Eine bittere, aber aufgrund der technischen Entwicklung eine zwingende Beurteilung. Mit dem Symposium wollen wir den Blick in die Zukunft werfen. Was ist möglich, welche Vorstellungen sind realistisch, welche Perspektiven und welche Rahmenbedingungen werden möglicherweise den Weg in die Digitalisierung bestimmen. Ein zukunftsweisendes Thema mit erheblicher Sprengkraft für die Streitkräfte. Und ganz konkret steht bereits die elektronische Signatur des „Battle Management System“ unmittelbar vor der Einführung. Kein Blick in die unverbindliche Glaskugel, sondern eine Szenerie die bald Realität werden wird. Aber natürlich, kein Symposium ohne Aktuelles und Konkretes zur Entwicklung unserer Truppengattungen und zu den Einsätzen.

Traditionell gehört dazu das erste Wort dem Hausherrn, BrigGen Spannuth, der als Kommandeur des Ausbildungszentrums kurz und knapp die „Lage“ am Ausbildungszentrum truppengattungsübergreifend darlegte. Große Auswirkungen auf die Schullandschaft hat die Neuordnung/Neuausrichtung der Offizierausbildung. Dabei ist vieles nicht neu, nur anders, den jeweilig verfügbaren Ausbildungszeiten angepasst, aber dennoch mit erheblichen Auswirkungen, z.B. bei der Anzahl der Hörsäle, einschließlich des entsprechenden Personals und bei der Infrastruktur. Wie zuletzt auch im “Schwarzen Barett“ dargestellt. Neu ist allerdings, dass die Ablegung der Laufbahnprüfung zum Offizier nunmehr am Ausbildungszentrum stattfindet. Daneben misst BrigGen. Spannuth der Vermittlung eines „Mindset“, kurz gesagt: “Freude am Beruf vermitteln“, erhebliche Bedeutung zu. Dies kann aber nur erreicht werden, wenn endlich einige „Dauerbrenner“ von der Mängelliste gestrichen werden können. So hat der Kommandeur z.B. als Voraussetzung für eine Verbesserung der Ausbildung Großgerät in Höhe von weiteren 35 zusätzlichen Kampfpanzern gefordert. Alles in allem aber, trotz nicht ausreichender Infrastruktur, fehlender Verfügbarkeit von Großgerät und Unterbesetzung beim Personal, konnte der Kommandeur eine positive Bilanz für das abgelaufene Jahr ziehen.

Die Lehrgangsergebnisse seien zufriedenstellend, die Ausbilder sind hoch motiviert und erzielen unter den oftmals widrigen Rahmenbedingungen vorbildliche Ergebnisse, sodass trotz der diversen Unzulänglichkeiten gute Voraussetzungen am Standort gegeben seien, um eine ausreichend qualifizierte Ausbildung bei allen Lehrgangsarten zu gewährleisten.

Mission Digitalisierung: Das zentrale Thema des Symposiums 2020

Die Digitalisierung eröffnet den Streitkräften neue Fähigkeiten und Chancen auf dem Gefechtsfeld. Sie hat Auswirkungen auf die zukünftige Operationsführung, Einsatzgrundsätze und Kampfweisen. Sie ist der Schlüssel zur Informationsführungs- und Wirkungsüberlegenheit, Durchsetzungsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit. (Auszug aus den konzeptionellen Grundlagenpapieren)

Oberst i.G. Bonnen als Vertreter der BWI Foto: Hanske
Oberst i.G. Bonnen als Vertreter der BWI Foto: Hanske

Digitalisierung ist im Kommunikationszeitalter unvermeidlich, die Frage lautet nur, ob wir für die Streitkräfte die richtigen Lösungen finden. Und dafür ist die BWI besser aufgestellt als die Bundeswehr. Die BWI ist integraler Bestandteil der Digitalisierung in der Bundeswehr: Als Teil des IT-Systems der deutschen Streitkräfte, als Partner der Bundeswehr und als Treiber für eine Vielzahl an Digitalisierungsprojekten.“ Mit diesen Feststellungen startete Oberst i.G. Holger Bonnen, als Vertreter des verhinderten Chief Strategy Officer BWI, GenLt Leidenberger, in den zentralen Themenkomplex des Symposiums, der in Form einer Trilogie ausgefächert wurde. Konzeptioneller Ansatz, Auswirkungen auf die Truppe und erste Erfahrungen mit der Versuchsorganisation gaben insgesamt einen guten Überblick über die Herausforderungen, die Leistungsanforderungen an die Soldaten und den aktuellen Stand der Erprobung. Dabei geschieht die Entwicklung auf der BWI-Ebene kooperativ mit den beteiligten Bw OrgBereichen, der Industrie und den Niederlanden. Digitalisierung ist keine “künstliche Intelligenz“, sondern allein an der Frage ausgerichtet, was und in welcher Form die Streitkräfte die Digitalisierung benötigen, um auf dem Gefechtsfeld bestehen zu können.

Oberst i.G.Pieper als Chief Digital Officer im Kdo Heer Foto: Hanske
Oberst i.G.Pieper als Chief Digital Officer im Kdo Heer Foto: Hanske

Momentan ist vieles am Start und viele Detailfragen sind noch zu klären. Dabei kommt der Datenhaltung mittels einer Cloud, der Kompatibilität von Geräten sowie der Informationsübertragung auf dem Gefechtsfeld eine zentrale Bedeutung zu, genauso wie die Zusammenarbeit neu zu denken ist und die mentalen Fähigkeiten der Soldaten sich dem Prozess der Digitalisierung, auch hinsichtlich der Anwendbarkeit unter Stress, werden anpassen müssen. Die Informationsübertragung für die Operationsführung ist zentrales Anliegen der Digitalisierung. Mehr power in die erste Meile und schneller zu sein als der Gegner, ist das Ziel. Dabei präsentiert sich das Gefechtsfeld als gläsern, wobei der Raum größer und mit geringeren Kräften besetzt sein wird, aber eine deutlich höhere Wirkung im Gefechtsraum erreicht werden soll. Zielortung, Zielverfolgung, elektronische Signaturen, automatisierte Verknüpfung zu Daten und Fakten sowie zu Lagebildern, Feind wie Eigene, werden die Entscheidungen deutlich beschleunigen und auf sichereren Grundlagen beruhen lassen. Allerdings darf die Digitalisierung nicht zur quasi automatisierten Entscheidung führen. Die Prinzipien der Auftragstaktik bleiben gültig und der „Verlockung“ an der Linie vorbei Mikromanagement zu betreiben, muss widerstanden werden. Der Mensch entscheidet abschließend.

Oberst i.G. Frank Pieper als Chief Digital Officer im Kdo Heer setzte auf diesen Vortrag auf und legte die Absichten und Planungen für das Heer dar. Strukturell wird die Bedeutung der Fähigkeitsentwicklung D-LBO durch die Schaffung einer eigenständigen und gleichwertigen Abteilung im Kdo Heer untermauert.

Herzstück der Digitalisierung im und für das Heer ist das „Battle Management System“ (BMS)! Blue Force Tracking in Echtzeit ist das Ziel. Mit Gefechtsständen, die mittels digitaler Funkausstattung durchgängig in der Lage sind, mit allen Kräften schnelles und präzises Feuer zu lenken, verteiltes Operieren zu ermöglichen und die Überwachung großer Räume ebenso zu gewährleisten wie die zeitgerechte Gegenkonzentration. Mit weniger Kräften mehr erreichen, ist dabei die Hoffnung. Ein hehres Ziel, das noch einige Weichenstellungen erfordert, aber durchaus schon Merkmale der kommenden Kommunikation erkennen lässt. Es wird ruhiger auf der Kommunikationsplattform werden (weniger Funk) und die Entscheidungen werden präziser und robuster. Allerdings steigen auch die Ansprüche an die Soldaten, da parallel die analoge Fähigkeit erhalten bleiben muss. Über die künftige Ausstattung der Gefechtsfahrzeuge des Heeres kann natürlich erst nach Abschluss der Erprobung entschieden werden, allerdings ist der Markt für derartig anspruchsvolles elektronisches Gerät nicht allzu üppig. Die Ausstattung mit digitalen Funkgeräten, Führungsausstattung mit der entsprechenden Elektronik ist aber für alle im Heer dafür vorgesehenen Systeme möglich. An einigen ausgewählten Systemen erläuterte der Referent die fahrzeugspezifischen Um- und Nachrüstungen, einschließlich des Systems „Infanterist der Zukunft“.

Von besonderer Bedeutung ist dabei auch die zur Verfügung zu stellende Informationsmenge- und intensität, die ebenengerecht erfolgen muss und den „Benutzer“ nicht überfordern darf. All diese Fragen werden in dem schon angelaufenen Feldversuch einer intensiven Prüfung unterzogen und sind noch nicht valide genug, um sie bereits jetzt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Abschließend ging Oberst Pieper noch auf den „Plan Heer“ zur Realisierung der „Digitalisierung“ ein, der grob unterteilt ist in die Phase bis zum nächsten Auftrag als JVTF 2023 ( Very high Readiness Task Force (L)), die Deutschland als Rahmennation für den Einsatz in Litauen vorsieht. Auch genannt: „Speerspitze der NATO“ und dann die Zeit danach ab dem Jahr 2018 ff. Eindeutig ist aber heute schon, dass die Landstreitkräfte/Heer die Digitalisierung als eine ständige Aufgabe werden wahrnehmen müssen und deshalb ist bereits heute die Aufstellung eines Systemzentrum in Munster in der Pipeline, das sich zum GRAVITATIONSZENTRUM DIGITALISIERUNG LAND entwickeln soll. Eine weitere Stärkung des Standortes Munster.

Oberst Stahlschmidt Foto: Hanske
Oberst Stahlschmidt Foto: Hanske

Der dritte thematische Block befasste sich mit dem Sachstand zur Erprobung/Einführung der Digitalisierung Landbasierter Operationen. Oberst i.G. Bühl und Oberstleutnant Butterwege vom Amt für Heeresentwicklung stellten die Strukturen und den Auftrag der Test- und Versuchsstrukturen für die D-LBO vor. Ziel des Feldversuchs ist es, für den künftigen Verband VJTF 2023 die Führungsfähigkeit mittels BMS zu verbessern, das demzufolge im Mittelpunkt der aktuellen Erprobung steht. Ohne BMS keine Lage - so kurz und bündig formuliert- wird deren Bedeutung deutlich. Unterste Ebene für den Datenaustausch nach oben und zur Seite ist der Bataillonsgefechtsstand.

Derzeit wächst der „Aufstellungsstab“ Testund Versuchsverband bis 10/2020 auf 44 Dienstposten auf, der dann schrittweise auf bis zu 152 Dienstposten anwachsen wird. Der Auftrag umfasst die Test-Vorbereitung, die Durchführung und die Auswertung des Feldversuchs.

Dies beinhaltet die Verantwortung für

  • die Einsatzprüfung BMS,
  • den Funktionsnachweis der verschiedensten Komponenten für die Einführung der Digitalisierung,
  • die Erarbeitung von Nutzerleitfäden,
  • die taktisch-operative Nutzung,
  • das Gewinnen von Erkenntnissen zur technischen Umrüstung,
  • den Aufbau von Wissens-Management und
  • die Zusammenarbeit im Rahmen des D/NL Rüstungsprogramms Digitalisierung (TEN).

Aber nicht nur die Technik, auch die Kommunikation wird sich verändern. Bei den gepanzerten Truppen wird ein Neudenken („fitting minds“) einsetzen müssen, da eine Verlagerung von der Sprache zur Datenübertragung erfolgen wird. Sprache wird nur noch in Duellsituationen und im Notbetrieb verwendet. Das taktische BMS wird elektronisch folgende Merkmale beinhalten:

  • Eigenposition,
  • Lagebild,
  • Notfallmeldung und
  • taktische Führung.

Im Anschluss an die Erprobung BMS bilden die Kräfte des Feldversuchs dann ab 10/2022 den Nukleus für die Aufstellung des Systemzentrums D-LBO mit dem Folgeauftrag, die Ausfächerung der Digitalisierung in der Fläche über 3 Ebenen organisatorisch und entwicklungstechnisch zu gewährleisten.

Nach diesen grundsätzlichen Ausführungen nahm Oberst Henning Stahlschmidt als Leiter Truppenversuchsstruktur BMS die Teilnehmer dann in die Realität mit, die zum Teil ernüchternden Ergebnisse und Erkenntnisse beim Truppenversuch BMS für die VJTF 2023 offenbarte. Der Auftrag lautete: glaubwürdige Verbesserung der Führungsfähigkeit als Rahmennation VJTF 2023 (L) durch einen vollständigen Informationsverbund mittels BMS. Dazu wurde ein Truppenversuchsverband für die Dauer von insgesamt 7 Monaten aufgestellt, der 5 Monate testete und der bei jedem Testverlauf bis zu 3800 Fragen beantworten musste. Die Merkmale/Vorgaben für das Testverfahren waren Vorschriftenkonformität sowie die Bindung der Eignung an funktionale, taktische, ergonomische und nachvollziehbare Kriterien.

Oberst Stahlschmidt Foto: Hanske
Oberst Stahlschmidt Foto: Hanske

Erprobt wurden operationelle Tests in den verschiedensten Gefechtsarten/ Szenarien hinsichtlich Handhabbarkeit, Effizienz, Feldtauglichkeit und Ergonomie. Dazu wurde der Testverband durchaus je nach Bedarf modular zusammengeführt. Voraussetzung für die Erprobung der Testversuche war die vorhergehende Beschaffung der für die jeweiligen Plattformen vorgesehenen Einbausätze, die Funkgeräte sowie für die Führungsausstattung. Dabei waren die gängigen Verfahren des Rüstungsprozesses nach CPM aufgrund verschiedenster Einflüssenicht immer einzuhalten. Und dennoch mussten die Vergabegrundsätze mit den jeweiligen Ausschreibungs-, Auswahlund Nachweiskriterien gerichtsfest beachtet werden. War man zu Beginn durchaus in dem Glauben, gut und umfassend vorbereitet zu sein und der „Markt“ würde ein ausreichendes Angebot bereithalten, wurde man schnell eines Besseren belehrt.

Die Realität spiegelte dies nicht wider. so Oberst Stahlschmidt:

  • Wir wussten nicht was wir brauchten,
  • es gab nur ein geeignetes Produkt (von insgesamt zweien),
  • es gab nur einen eingeschränkten Wettbewerb und
  • der Nutzer musste erst befähigt werden ein BMS valide und rechtskonform zu testen und zu bewerten.

Aber, so sein Fazit: es gelang! Ein valider rechtsfester Test, ein eindeutiger Nachweis der Eignung und 90% Nutzerakzeptanz des Produkts wurden erzielt. Der Truppenversuch BMS kann als erfolgreich abgeschlossen betrachtet werden.

Oberstleutnant Linne, Ltr Gruppe Panzertruppen AHEntw.Foto: Hanske
Oberstleutnant Linne, Ltr Gruppe Panzertruppen AHEntw.Foto: Hanske

Fester Bestandteil eines jeden Symposiums ist zumindest ein kurzer Blick auf die Entwicklung und den Sachstand bei den „Gepanzerten“. Ein guter Einstieg für den neuen Leiter der Gruppe Panzertruppen im Amt für Heeresentwicklung, Oberstleutnant Ralf Linne, der gleich die Chance erhielt, an der „Alma Mater der Gepanzerten“ ein breites Publikum über die Planungsarbeit und Schwerpunkte für die PzTrn zu informieren. Vorab bat er um Verständnis dafür, dass es zum Projekt Main Ground Combat System (D/FR Rüstungsprojekt Kampfpanzer) keine Aussagen machen werde, da momentan eine kritische Verhandlungsphase erreicht sei und „Stillschweigen“ nach außen das Gebot der Stunde sei. Die Panzertruppen wachsen wieder, die Zeiten des Abbaus sind vorbei. Bevor der Referent auf die Planungen für den SPz Puma und KPz Leo 2 A7V einging, betonte er auch von dieser Stelle nochmals die Wichtigkeit, für die VJTF 2023 das BMS „feldreif“ an den Start zu bringen, um als Rahmennation eine Verbesserung der Führungsfähigkeit zu erreichen. Zumal die Ausstattung der VJTF 2023 mit dem KPz Leo 2A7 V und dem Puma fest geplant ist.

Leider hat sich die Simulationsausstattung AGSP für die PzGrenTr als nicht geeignet herausgestellt und ein Konzeptionswechsel ist zwingend erforderlich, der allerdings nicht vor 2025 möglich sein wird. Entschieden ist dagegen die Beschaffung von weiteren 218 Puma Systemen als 2. Los. Die laufenden Nachrüstungen beim bereits eingeführten Puma als Voraussetzung zur Teilnahme an der VJTF müssen als parallele Aufgabe wahrgenommen werden. Siehe dazu Abb. Hauptumfänge SPZ Puma. Und was den SPz Marder betrifft, so wird er erst aus der Truppe genommen, wenn das System Puma stabil erprobt ist. So wird der Marder sicherlich noch einige Zeit als bewährtes „Arbeitspferd“ in der Truppe verbleiben.

Die Panzertruppe wird ein 7. Bataillon aufstellen und die Zahl der KPz Leopard2 wird insgesamt um 95 erhöht. Von dann insgesamt 320 KPz sind 103 KPz Leo2 A7V, 48 KPz Leo2 A6M, 152 Leo2 A6 und 17 KPz Leo2 A5. Ständiges Aufgabenportfolio der Gruppe ist die Kampfwertsteigerung zum bedrohungsgerechten Fähigkeitserhalt-/ aufwuchs des Leopard 2. Aktuell ergeben sich für den Leo2 A7V für den Turm und die Wanne die mit den Abbildungen rechts aufgezeigten Verbesserungen/ Nachrüstungen zur Kampfwertsteigerung. Gegenwärtig ist der entscheidende Punkt für den bedrohungsgerechten Bestand die Steigerung der Leistungsfähigkeit der BK/Munition mit der HE. Siehe dazu den gesonderten Beitrag der Fa. Rheinmetall Munition Großkaliber. Abschließen betonte OTL Linne nochmals die sich aus dem Fähigkeitsspektrum abgeleiteten Forderungen, die „Gepanzerten“ der Hauptumfänge und Führungsfähigkeit nach mit einer klaren Roadmap bis in das Jahr 2028 auf Stand zu bringen. Oftmals ist das Problem der kleinen Zahl für die Industrie kein besonderer Anreiz zur schnellen Produktions- oder Umrüstungsaktivität. Es geht aber voran, wenn auch leider nicht so schnell wie gewünscht.

Zum Abschluss des Symposiums brachten beide Vorsitzende, Generalleutnant a.D. Jacobson und Generalmajor Schneider, ihre Freude über den außerordentlich erfolgreichen Verlauf des Symposiums zum Ausdruck und dankten allen Beteiligten für die Gestaltung einer äußerst interessanten und zukunftsweisenden Veranstaltung. Eine überzeugende Werbung für alle Teilnehmer, sich auch im kommenden Jahr wieder in Munster einzufinden. Das nächste Sympoisum wird am 04./05. März 2021 stattfinden und unter der Regie des Freundeskreises der Panzergrenadiertruppe stehen.

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Generalleutnant Jacobson
Generalleutnant Jacobson

Carsten Jacobson

Generalleutnant
Vorsitzender

Brigadegeneral Meyer
Brigadegeneral Meyer

Wolfgang Brüschke

Brigadegeneral a.D.
Stellvertretender Vorsitzender

Oberst a.D. Schneider
Oberst a.D. Schneider

Wolfgang Schneider

Oberst a.D.
Stellvertretender Vorsitzender