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Symposium 2009 in Munster

2015-04-25 07:22
von Redaktion
2009

Freundeskreises der Offiziere der Panzertruppe und des Freundeskreises der Panzergrenadiertruppe am 5. und 6. März 2009 in Munster

Forum zur Weiterentwicklung des Heeres – Gemeinsam in die Zukunft

Symposium 2009 im Plenum der Kaserne Panzertruppenschule
Beitrag zum 1. Tag erarbeitet im Heeresamt

von Wolfgang Brüschke

am 5. und 6. März 2009 fand in Munster das 9. gemeinsame Symposium des Freundeskreises der Offiziere der Panzertruppe und des Freundeskreises der Panzergrenadiertruppe statt. Das diesjährige Symposium stand unter dem Thema Entwicklungstendenzen von Landstreitkräften im internationalen Vergleich.

Brigadegeneral Klaus Feldmann
Brigadegeneral Klaus Feldmann

Mit hohem interesse folgten ca. 200 gäste der einladung der beiden Freundeskreise nach Munster. im rahmen des Symposiums wurden die Teilnehmer umfassend über aktuelle Sachstände und entwicklungen im deutschen Heer sowie über die Weiterentwicklungen der Streitkräfte alliierter nationen informiert.

Generalmajor Wolf-Joachim Clauß
Generalmajor Wolf-Joachim Clauß

Nach dem einleitenden Vortrag durch den gastgeber, Brigadegeneral Klaus Feldmann, fand am Nachmittag, unter Leitung des Amtschefs Heeresamt, Generalmajor Wolf-Joachim Clauß, die Präsentation Forum zur Weiterentwicklung des Heeres – gemeinsam in die Zukunft (Forum We) statt.

Grundlage dieser multimedialen Präsentation war das "Forum We", welches im September 2008 auf Weisung Inspekteur Heer in Bad Kissingen durchgeführt wurde. absicht war es, den austausch zwischen den beiden Säulen des Heeres, dem Heeresamt auf der einen Seite sowie dem Heeresführungskommando auf der anderen Seite, themenbezogen zu einsatzrelevanten Fähigkeitszuwächsen zu intensivieren und den Truppenführern sowie den "Weiterentwicklern" des Heeres die Möglichkeit zum erfahrungsaustausch zu geben.

Gemeinsam in die Zukunft
Gemeinsam in die Zukunft

Im Rahmen des Symposiums wurden den zuhörern ausgewählte Fähigkeitszuwächse der Truppengattungen des Heeres bis zum Jahr 2015 aufgezeigt. Die Präsentation war in 3 Phasen gegliedert in der, getreu dem Motto Gemeinsam in die Zukunft, bis zu sieben Truppengattungen pro Phase ihre Fähigkeitszuwächse aufzeigten. Jede Phase wurde auf grundlage einer gemeinsamen taktischen Lage und einer Operationsart dargestellt. in der Phase 1 wurden Fähigkeitszuwächse der Truppengattungen des Heeres im Bereich von anfangsoperationen und der Operationsart angriff dargestellt. Themen waren u.a. die neuen Fähigkeiten der Heeresaufklärungstruppe, die Fähigkeitszuwächse der infanterie im Bereich von anfangsoperationen sowie der Fähigkeitszuwachs des Heeres im Bereich der Heeresfliegertruppe mit der zukünftigen Möglichkeit zur Durchführung von luftbeweglichen Operationen.

In der zweiten Phase wurde ausschließlich die Operationsart angriff betrachtet. Fähigkeitszuwächse der Panzertruppen bis zum Jahr 2015, die sich aus der einführung des SPz PUMa sowie aus der einführung des KPz Leopard ii UrbOp ergeben, wurden ausführlich dargestellt. ebenso wurden aspekte der ausbildung und Fähigkeitsgewinne durch die einführung neuer Munition verdeutlicht. ein weiterer Schwerpunkt der Phase war der einsatz von Kräften im urbanen Umfeld. Hierzu trug die Pioniertruppe zu künftigen Fähigkeiten zur Unterstützung im urbanen Umfeld vor. ein weiterer eckpfeiler der Veranstaltung war der Beitrag der artillerietruppe zum Thema Streitkräfte gemeinsame taktische Feuerunterstützung (STF).

Die Operationsart Stabilisierung lag der dritten und letzten Phase zugrunde. Die einsatzrealität ist bei der Weiterentwicklung von Fähigkeiten einer der bestimmenden Faktoren. Die Themen, welche dieses verdeutlichen sollten, waren Feldlagerschutz, Maßnahmen zur ausstattung des einzelschützen, Möglichkeiten zur Verbesserung der fortlaufenden ausbildung im einsatzland, netOpFü am Beispiel STF, einsatz von Feldnachrichtenkräften, erhöhung der Überlebensfähigkeit sowie Bewertung der aBCLage und die Optimierung von Waffenwirkung.

Ein weiterer Höhepunkt war durch das ausbildungszentrum Munster organisiert worden. Den Teilnehmern des Symposiums wurde in den Pausen zwischen den Phasen die Möglichkeit gegeben, sich vor Ort einige ausgewählte Weiterentwicklungen des Heeres, wie z. B. die Schutzausstattung Infanterist der Zukunft oder den SPz PUMA anzusehen. In der abschließenden zusammenfassung wies generalmajor Clauß das auditorium u. a. darauf hin, dass die aufgezeigten Fähigkeitsgewinne auch hinsichtlich ihrer realisierungsmöglichkeiten im rahmen der Bundeswehrplanung und des Haushalts betrachtet werden müssen und das hierbei der gestaltungsspielraum sehr eng begrenzt sei.

Ausstattung Infanterist der Zukunft
Ausstattung Infanterist der Zukunft
Der Schützenpanzer PUMA
Der Schützenpanzer PUMA

Der zweite Tag des Symposiums

Verbindungsoffiziere berichten

Von Philipp Eiweck

Am Freitag, dem 6. März folgte ein Vortrag von Oberst in generalstab gottzeit, dem Leiter des Verbindungsstabes USa. Der Oberst referierte über die Lage im US-amerikanischen Heer. Er begann mit der allgemeinen Lage, die sich nach dem regierungswechsel von republikanern zu Demokraten deutlich verändert hat.

 

Die Regierung von Barrack Obama hat sich zum ziel gesetzt, die Truppen ``Step by Step`` aus dem irak abzuziehen. zudem will er die Hilfe für Veteranen weiter ausweiten, um die Soldaten selbst, aber auch deren Familien zu entlasten, da die Selbstmordrate innerhalb der Truppe seit Beginn des irakkriegs drastisch angestiegen ist. Des weiteren hat die neue regierung den Wert der Verbündeten neu entdeckt und will nun ihre Strategie bezüglich der rolle der Vereinigten Staaten innerhalb des naTO-Bündnisses überdenken. Kooperieren und nicht führen ist die neue Maxime. Um den neuen und erhöhten Herausforderungen, denen die Streitkräfte der Vereinigten Staaten entgegen sehen, geeignet begegnen zu können, wurde das Militärbudget angehoben. Dem Heer der USa stehen 147 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, die unter anderem in die entwicklung des 21th Century Tank fließen sollen.

Neben der durchaus positiven entwicklung, die das Heer beziehungsweise sämtliche Teilstreitkräfte der Vereinigten Staaten von amerika zu verzeichnen haben, gibt es aufgrund der hohen Präsens der USa auf den Schlachtfeldern dieser erde auch einen negativen aspekt. Das seien die hohen Verlust- sowie Verwundetenzahlen. Die armee hat 156000 Soldaten im irak sowie 33000 Soldaten in afghanistan stehen. Seit Beginn der einsätze hat sie 4000 gefallene und 23000 verwundete Kameraden zu beklagen. Hinzu kommen Selbstmorde aufgrund von posttraumatischen Syndromen. neben den Suiziden nach den einsätzen nahm auch die Selbstmordrate vor den einsätzen drastisch zu. Daher sei es wichtig, die Soldaten so gut es geht zu entlasten und ihnen ausreichend Hilfe durch Psychologen bereitzustellen.

Ähnlich wie die Bundeswehr haben es sich die United States armed Forces zur Aufgabe gemacht, ihre Streitkräfte um- und aufzurüsten. neben diesen materiellen Veränderungen werden die Streitkräfte auch personell umgestellt. Die Veränderung läuft unter dem namen "Future Combat System", welches die entwicklung von 2009 bis 2017 darstellen soll. im zuge dieser entwicklung sollen neue Fahrzeuge entwickelt werden. Die Hauptziele sind, dem Feind immer und überall überlegen zu sein, sowie einen umfassenden Schutz der Soldaten zu gewährleisten. eine Besonderheit der US-Streitkräfte ist eine große einrichtung, die sich ausschließlich mit dem Thema Lessons Learned auseinandersetzt. Hierbei werden die analytiker unter anderem in die einsatzgebiete versetzt, um direkt vor Ort erkenntnisse zu gewinnen.

Die Lage im britischen Heer

Im Anschluss referierte Oberst im Generalstab Mehlmann, der Leiter des Verbindungsstabes United Kingdom, über die Lage im britischen Heer. Um die Tragweite seiner folgenden ausführungen zu unterstreichen, nannte Oberst i. g. Mehlmann die zahl der Soldaten im britischen Heer und verglich sie zur weiteren Veranschaulichung mit der anzahl an Soldaten des deutschen Heeres. Beide Zahlen bewegen sich um die 100.000. Im weiteren Verlauf seiner Präsentation ging Oberst i. g. Mehlmann auf die Herausforderungen, denen sich die Streitkräfte ihrer Majestät stellen müssen, ein.

Neben dem inzwischen abgeschlossenen Einsatz im Irak ist die britische Armee in Afghanistan, sowie auch in Nordirland, präsent. Wer glaubt, dass Nordirland ein abgeschlossenes Thema ist, muss sich durch die aktuellen Anschläge durch eine Splittergruppe der IRA eines Besseren belehrt sehen. Wie angespannt die Lage in Afghanistan wirklich ist, zeigt die Zahl der gefallenen britischen Soldaten im Jahr 2008, die sich auf 51 Tote beläuft, wobei die Anzahl der gefallenen seit 2001 bei insgesamt 137 liegt. Die Briten selbst nennen das Jahr 2008 "The blodiest year". Die innere Lage sieht ebenfalls nicht immer rosig aus. Die Unterkünfte sind alt, sodass die Wohnqualität mehr als zu wünschen übrig lässt. Um diesem Problem geeignet zu begegnen, hat die Regierung begonnen, den Wehretat von 1997 bis 2010 schrittweise um 11 Prozent zu erhöhen, um die marode Infrastruktur in den Kasernen zu verbessern.

Ein weiteres gravierendes Problem besteht in der langen Einsatzdauer und der daraus folgenden langen Trennung der Soldaten von ihren Familien, wodurch eine enorme Belastung vor allem für junge Familien entsteht. Für einen britischen Soldaten sind häufige Auslandseinsätze nicht ungewöhnlich. Einsätze und die Einsatzvorausbildung bestimmen ihren Alltag, sodass das erlernen anderer Fähigkeiten häufig zu kurz kommt.

Hinzu kommt noch, dass ein Soldat der britischen Streitkräfte, mit Ausnahme von 2000 Pfund, keine Zusatzvergütung für den Einsatz erhält, so wie es in anderen Staaten üblich ist. Daraus folgt, dass es mit der Moral der Truppe nicht zum Besten bestellt ist und die Armee Schwierigkeiten bei der Rekrutierung neuer Soldaten hat, da es in groß-Britannien, außer vielleicht der zweifelhaften ehre, keine anreize gibt zur Armee zu gehen. aufgrund dieser mangelhaften Personalsituation, ein Großteil der Soldaten ist in den Einsätzen gebunden, können zahlreiche Dienstposten nicht besetzt werden.

Großbritanniens hohe Präsens im Ausland erfordert eine große Menge gepanzerte Fahrzeuge, die den Anforderungen des asymmetrischen Kampfes entsprechen. Um diesen Bedarf decken und gleichzeitig die Sicherheit der Soldaten gewährleisten zu können, ist die Anschaffung neuer Panzer und anderen schweren Gerätes geplant. Hierzu dienen ebenfalls die Mittel aus dem stetig steigenden Militärhaushalt der königlichen Streitkräfte.

Obergefreite Philipp Eiwecke ist redaktionssoldat in der Abteilung Ausbildungskoordinierung am Ausbildungszentrum MUNSTER.

Der PanzergrenaDier 25/09

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Generalleutnant Jacobson
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Carsten Jacobson

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General a.D. Wolfgang Brüschke
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Oberst a.D. Schneider
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