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„Quo vadis?“ Unteroffizierausbildung

2019-01-28 16:16
von Redaktion
Band-7

Ausbildung aus einer Hand

Seit dem 01.07.2016 ist die Feldwebel- Boldt-Kaserne im Norden Sachsens das Zentrum der Unteroffizieraus- und -Weiterbildung im Heer und für den Heeresuniformtragebereich im Kdo SKB sowie seit Mitte 2017 im Kdo CIR.

So verantwortet das „Mutterhaus“ am Standort DELITZSCH von der Grundlagenausbildung der Feldwebelanwärter sowie der Laufbahnausbildung der Unteroffizieranwärter in den drei FA/ UA- Bataillonen, über die Laufbahnausbildung der Feldwebelanwärter am Standort DELITZSCH, die Aus- und Weiterbildung der angehenden Portepee- Zugführer bis hin zu den Fortbildungslehrgängen für dienstzeiterfahrene Berufsunteroffiziere, alle allgemeinmilitärischen Abschnitte der Laufbahn der Feldwebel.

Mit der Trendwende Personal hat vor allem die Unteroffizierausbildung ihren zentralen Stellenwert in der Ausbildungslandschaft wiedererlangt und damit auch das Lastenheft der USH gefüllt. Der hohe Bedarf der Truppe an qualifizierten Unteroffiziernachwuchs führt seit Ende 2016 zu einem gesteigerten Ausbildungsbedarf bei nahezu gleichbleibender Infrastruktur und Ausbilderpersonal. Als limitierender Faktor gilt hier insbesondere die Infrastruktur am Standort DELITZSCH, nicht nur aufgrund der vorhandenen Unterkunftskapazität, sondern auch der Übungsräume oder der Sammelstandortschießanlage, welche nur langfristig baulich erweiterbar sind. Um die daraus resultierenden Herausforderungen zu verdeutlichen, ist anhand der Grafik die Entwicklung der Lehrgangsteilnehmerzahlen auf dem FwLehrg AMT in den letzten 8 Jahren visualisiert.

Im Jahr 2010 wurden am Standort DELITZSCH in der Lehrgruppe A, neben den beiden weiteren Standorten der HUS in MÜNSTER (Lehrgruppe B) sowie in WEIDEN (Lehrgruppe C), in 8 Hörsälen pro Quartal parallel 200 Lehrgangsteilnehmer auf dem FwLehrg AMT ausgebildet. Mit nahezu denselben infrastrukturellen Voraussetzungen werden nach mehreren Umgliederungen der USH derzeit in 29 Hörsälen pro Quartal parallel bis zu 725 Lehrgangsteilnehmer auf dem FwLehrg AMT ausgebildet. Die letzte Anpassung der Aufbauorganisation wurde zum 01.04.2018 wirksam und beginnt, sich ab dem IV. Quartal 2018 positiv auszuwirken.

Die Gliederung der USH

Oberst Axel Hermeling als Kommandeur der USH unterstehen in der neu eingenommenen Gliederung neben dem Stab, dem Bereich Lehre/ Ausbildung und dem Bereich Unterstützung am Standort DELITZSCH auch die drei FA/ UA- Bataillone an den Standorten SONDERSHAUSEN, CELLE und ALTENSTADT mit ihren Außenstellen. Die Letzteren werden durch den Führer FA/UA-Btl truppendienstlich geführt. Der Bereich Lehre/ Ausbildung unterteilt sich in die Gruppe Lehre/ Ausbildung, in der die Lehrgangsplanung stattfindet, das MATAutorenteam, die Unterstützungsgruppe technologiegestützte Ausbildung und auch die Gruppe Truppenfachlehrer geführt werden; sowie die beiden Lehrgruppen A und B, in welchen alle Lehrgänge der USH durchgeführt werden.

Die Lehrgruppe A beheimatet die I. bis VI. Inspektion, wobei derzeitig die V. und VI. Inspektion in der finalen Gliederung im Zuge der Trendwende Personal noch in der Aufstellung befindlich sind. Die I. Inspektion führt hierbei den sechswöchigen Aufbaulehrgang für angehende Teileinheitsführer und die beiden zweiwöchigen Fortbildungslehrgänge für diensterfahrene Berufsunteroffiziere in fünf Hörsälen durch.

Daneben sind die II. bis VI. Inspektion mit jeweils vier bis fünf Hörsälen mit der Durchführung des Feldwebellehrgangs allgemeinmilitärischer Teil (Fw- Lehrg AMT) für die Feldwebelanwärter betraut. Die Lehrgruppe B wiederum, hat mit der VII. bis IX. Inspektion ebenfalls drei AMT-Inspektionen mit jeweils fünf Hörsälen. Daneben wird in der X., XI. und zukünftig in der noch aufzustellenden XII. Inspektion der Feldwebellehrgang AMT Sprache, die Sprachausbildung Englisch zum Erreichen eines standardisierten Sprachleistungsprofils, in Zusammenarbeit mit dem Bundessprachenamt Referat S9 derzeit in 24 Hörsälen durchgeführt. In der Zielstruktur werden an der USH in 38 Hörsälen parallel bis zu 684 Lehrgangsteilnehmer in Englisch ausgebildet.

Die umfangreichen Ausbildungsvorhaben und der gesamte Lehrbetrieb werden personell und materiell umfassend durch den Bereich Unterstützung ermöglicht. Dieser hat den Auftrag, die Lehrgruppen mit personeller Ausbildungsunterstützung (SIDAF – Soldat in darstellender Funktion) sowie Materialbereitstellung (Fahrzeuge/ Waffenkammermaterial/ NVG) aber auch mit medialer Bereitstellung von Ausbildungsmitteln durch das Fachmedienzentrum (Vorschriften, Bibliothek, Fotograf, Vervielfältigung) auf Anforderung zu unterstützen.

Die lehrgangsgebundene Ausbildung der Unteroffiziere

Bereits im Jahr 2010 wurde die Laufbahnausbildung der Feldwebelanwärter grundlegend neu geordnet. Sukzessive wurde die neue Lehrgangsstruktur implementiert. Seit 2014 beginnt nun jeder FA/UA grundsätzlich seine Laufbahn in einem der drei FA/UA-Bataillone auf dem FA-UAL, wobei Laufbahnwechsler seit dem IV. Quartal 2017 aufgrund ihrer Qualifikation durch das BAPersBw auch direkt in einen Ausbildungsabschnitt eingesteuert werden können. Die Laufbahnausbildung der Unteroffizieranwärter beginnt im Feldwebel-/ Unteroffizieranwärterlehrgang (FA/ UAL) in den FA/UA Bataillonen

Der Lehrgang ist in drei Abschnitte aufgeteilt. Während dieser für Unteroffizieranwärter deren Laufbahnlehrgang darstellt, ist er für die Feldwebelanwärter ein Verwendungslehrgang und der erfolgreiche Abschluss Voraussetzung für die Teilnahme am nachfolgenden FwLehrg AMT. Die Ausbildungsinhalte der allgemeinen Grundausbildung sowie vertiefende Kenntnisse als Einzelschütze werden auf den Abschnitt 1 und 3 verteilt.

Im Abschnitt 1 werden den neueingestellten Lehrgangsteilnehmern die soldatischen Grundkenntnisse und Fertigkeiten anhand der Themen der allgemeinen Grundausbildung vermittelt. In 9 Wochen erhält der Anwärter die Befähigung zum Wach- und Sicherungssoldaten sowie zum Einsatzersthelfer A.

Anschließend werden die Lehrgangsteilnehmer mit Beginn des Ausbildungsabschnittes 2 in den zukünftigen Stammtruppenteil versetzt. Für vier Wochen absolvieren die Zeitsoldaten unter den Lehrgangsteilnehmern ein Truppenpraktikum um deren zukünftigen Dienstposten kennenzulernen, währenddessen die Eignungsübenden (ca. 40%) eine „Eignungsübung auf dem Dienstposten“ zur Überprüfung deren zivilberuflicher Eingangsqualifikation gem. Soldatenlaufbahnverordnung durchlaufen. Dies dient sowohl zur Erhöhung der Truppengattungsbindung, der Integration in die zukünftige Stammeinheit als auch dem alltagsnahen Kennenlernen des zukünftigen Aufgaben- und Verantwortungsbereichs.

Der Abschnitt 3 wird anschließend wiederum in den FA/UA-Btl durchgeführt und dauert 12 Wochen. Das Ausbildungsziel ist der Abschluss der Befähigung zum Kampf als Einzelschütze im Gruppenrahmen. Über die Ausbildungsinhalte der allgemeinen Grundausbildung hinaus stehen neben der Gefechtsdienst/ Schießausbildung (mit Prüfung) als Schwerpunkt des Abschnittes, eine vertiefende Wehrrechtsausbildung (ebenfalls mit Prüfung), ein erster Einblick in die Methodik der Ausbildung sowie die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit im Sinne der Robustheit auf dem Lehrplan. Am Ende des Abschnittes 3, somit nach Abschluss des gesamten FA/UAL, erhält der Lehrgangsteilnehmer den Ausbildungs-/ Tätigkeitsnachweis als Sicherungs- und Wachsoldat Heer (bis 12/17 Sicherungsund Wachsoldat SK nSAK) und Unteroffizier Landstreitkräfte.

Während die Feldwebelanwärter zusammen mit den Unteroffizieranwärtern die notwendigen Abholpunkte für den FwLehrg AMT erreichen, schließen die Unteroffizieranwärter ihre laufbahngebundene Ausbildung mit bestandener Laufbahnprüfung ab.

Die Laufbahnausbildung der Feldwebelanwärter im Feldwebellehrgang AMT an der USH

Im siebten Dienstmonat werden die Feldwebelanwärter im Anschluss an den FA/UAL auf den FwLehrg AMT an die USH nach DELITZSCH kommandiert. In diesem 10-wöchigen Laufbahnlehrgang mit Laufbahnprüfung ist die Vorbereitung der Feldwebelanwärter auf die allgemeinmilitärischen Tätigkeiten als Vorgesetzter und Portepeeunteroffizier das Ausbildungsziel. Daher ist hier der Gefechtsdienst mit all den dazu notwendigen und umfassenden Fähig- sowie Fertigkeiten, sprich, die Befähigung zum Kampf, der eindeutige Schwerpunkt der Ausbildung. Etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Ausbildungszeit wird dazu verwendet, die Anwendung des Führungsprozesses auf Gruppenebene zu vermitteln. Dazu zählen neben dem praktischen Führungs- und Handlungstraining, sowohl die theoretischen Grundlagen in Unterrichtsform, als auch die Sandkastenausbildung und Übungen unter Zuhilfenahme moderner Ausbildungsmittel, wie etwa dem Smartboard als interaktive Lerntafel.

Nach dieser theoretischen Vorbereitung zum Thema Entschlussfassung und Befehlsgebung wird, um den Schritt zwischen Theorie und Praxis zu erleichtern, eine simulatorgestützte Ausbildung dem Gefechtsdienst vorgeschaltet. Dabei stehen der Unteroffizierschule drei computergestützte Unterrichtsräume zur Verfügung in welchen mittels des Computerprogramms „Virtual Battle Space 3“ Lehrgangsteilnehmer auf Gruppenebene im digitalisierten Raum des Standortübungsplatzes DELTIZSCH vernetzt werden können. Diesen wird es so ermöglicht, in zahlreichen Lagen ihre Befehlsgebung zu üben und zu verbessern, bevor sie sich zum ersten Mal im reellen Gelände bewegen.

Anschließend werden die so erarbeiteten Lagen und das erworbene Wissen auf dem Standortübungsplatz im Gefechtsdienst umgesetzt. Hierbei erhalten die Lehrgangsteilnehmer mindestens zweimal die Möglichkeit, sich als Gruppenführer in einer Marschlage und einer Sicherungslage sowohl zu üben als sich auch selbst zu beüben. Begleitet wird insbesondere das Thema Marsch durch die Vorbereitung und Durchführung von Befehlsausgaben durch die Lehrgangsteilnehmer. Die erworbenen Kenntnisse im Führen von Handkarten, der Entschlussfassung und dem Umsetzen eines Zugbefehls auf Gruppenebene müssen schließlich in einer Prüfung am Sandkasten nach dem ersten Gefechtsdienstabschnitt „Die Gruppe auf dem Marsch“ unter Beweis gestellt werden.

Abschließend wird das praktische Anwenden des Führungsprozesses und das Führungskönnen in einer Prüfung als Gruppenführer einer infanteristischen Gruppe in einer Gefechtslage abgeprüft. Dabei steht erneut die Befehlsgebung im Schwerpunkt der Bewertung des Lehrgangsteilnehmers.

Das zweite Sperrfach neben dem gerade geschilderten Fach „Führung im Einsatz“ bildet die weiterführende Wehrrechtsausbildung. Hier wird auf die Kenntnisse aus dem FA/UAL aufgebaut und diese um die durch die vorgeschriebenen Rechtsthemen der lehrgangsgebundenen Regelausbildung für die Laufbahn der Feldwebel, z.B. als Wachvorgesetzter (Anwendung des unmittelbaren Zwanges), erweitert. Das erworbene Wissen wird mit einer nicht ausgleichbaren schriftlichen Prüfung abschließend abgeprüft.

Ein weiterer Ausbildungsabschnitt stellt seit dem 3. Quartal 2018 die in den AMT integrierte Ausbildung zum Ausbilder, verbunden mit der Ausbildungsbefähigung, dar. Diese Ausbildungsanteile wurden bisher in einem eigenen Lehrgang (Grundbefähigung Methodik) in der „Methodikinspektion“ der Lehrgruppe B vermittelt und ersetzen zeitlich die zuvor im AMT durchgeführte Ausbildung zum Leitenden/Schießausbilder nSAK (neues Schießausbildungskonzept), welche aufgrund der Änderung der Schießvorschriften Anfang 2018 und der damit verbundenen signifikanten Ausbildungsverlängerung aus dem AMT ausgegliedert werden musste. In einem an der USH im IV. Quartal 2018 pilotierten, neuen Lehrgang werden zukünftig die Feldwebelanwärter am Ende ihres Regelausbildungsgangs zum Leitenden/Schießausbilder ausgebildet. Dieser Lehrgang soll nach erfolgreicher Pilotierung und konzeptionellem Abschluss ab dem Jahr 2019 an der USH durchgeführt werden.

Die Methodik Ausbildung, als wesentlicher Bestandteil unseres Verständnisses vom militärischen Vorgesetzten als Führer, Ausbilder und Erzieher, nimmt zurecht einen zentralen Stellenwert an der USH ein und wird nun zu einem deutlich früheren Zeitpunkt im Regelausbildungsgang durchgeführt, damit diese Kenntnisse auch in der Truppe angewandt und weiter gefestigt werden können. Das Konzept eines zweiwöchigen Ausbildungsabschnitts, von den Unterrichten der Grundsätze der Ausbildungslehre über die vorbildlich vorgemachten Ausbildungen bis hin zu den Lehrproben und Prüfungen, wurde durch die VIII. Inspektion, der ehemaligen „Methodikinspektion“, entwickelt und das Ausbilderpersonal der USH in einer Ausbildung der Ausbilder im I. und II. Quartal 2018 weitergebildet. Somit wurde erfolgreich die Voraussetzung für die Umstellung des FwLehrg AMT ab dem III. Quartal 2018 ohne Beeinträchtigung der Qualität des Lehrgangs geschaffen.

Bereits seit 2009 wird in der Führerausbildung (für Offizier und Feldwebelausbildung) die körperliche Leistungsfähigkeit mittels drei Leistungstests abgeprüft, welche auch benotet werden. Hierzu zählen der 3000m Geländelauf im Feldanzug mit 10Kg Rucksack, ein standardisierter Hallenhindernisparcour und der Basisfitnesstest (BFT). Ziel der Sportausbildung im AMT ist die umfassende Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, welche den Lehrgangsteilnehmer zur erfolgreichen Ableistung der Prüfungen befähigen. Analog wird somit aber auch die körperliche Robustheit des einsatzbereiten und belastbaren militärischen Führers weiter gesteigert.

Neben dem Fachwissen und der physischen Ausbildung soll gerade den jüngeren Feldwebelanwärtern auch das Berufsverständis als Feldwebel und damit als militärischer Führer vermittelt und geprägt werden. Deshalb zielt die politische Bildung, als Bestandteil des AMT, auf gegenwärtige Themen der Zeitgeschichte, Politik und Gesellschaft, aber auch das Berufsbild aus ethischer Hinsicht wird thematisiert. Die Grundlage für ein fundiertes Wissen zur Geschichte der Bundesrepublik und der deutschen Streitkräfte wird durch militärgeschichtliche Unterrichtungen gelegt. Dabei wird dieses Wissen auch erlebbar gemacht, indem z.B. durch eine Exkursion in das Militärhistorische Museum nach DRESDEN bleibende Eindrücke geschaffen werden.

Die Unteroffizierschule des Heeres stellt sich neu auf

Im Umfeld einer sich verändernden Personalstruktur im Zuge der „Trendwende Personal“ hat vor allem die Laufbahnausbildung der Feldwebel einen noch höheren Stellenwert bekommen. Dies bedeutet in erster Linie eine quantitative Steigerung der auszubildenden Feldwebelanwärter an nunmehr nur noch einem Standort.

Dies hat vor allem Auswirkungen auf die infrastrukturellen Voraussetzungen. Von der Unterkunftskapazität und der Kapazität der Truppenküche über die zur Verfügung stehenden Parkplätze für 500 Angehörige des Stammpersonals und über 1200 Lehrgangsteilnehmer bis zu den Ausbildungsstätten (Ausbildungswiesen, Übungsflächen, Schießstände, Sportstätten, Unterrichtsräume). Dazu muss auch das Ausbildungsmaterial qualitativ und quantitativ erhöht werden. Alle Waffen und Geräte sowie die Fahrzeuge unterliegen einer enorm hohen Nutzungsdichte und entsprechendem Verschleiß.

Um bei diesem gesteigerten Ausbildungsbedarf auch adäquat ausbilden zu können, muss vor allem die personelle Ausstattung in allen Bereichen gewährleistet werden. Strukturell wurde diesem mit der Aufstellung von neuen Teileinheiten zur Ausbildungsunterstützung sowie weiteren Inspektionen bereits Rechnung getragen. Nun gilt es diese neuen Dienstposten auch schnellstmöglich zu besetzen um dem weiterhin hohen Ausbildungsbedarf der Lehrgangsteilnehmer Rechnung zu tragen und gleichzeitig das Feldheer von weiteren Ausbildungsgestellungen zu entlasten.

Aufgrund der beschriebenen, im Wesentlichen durch die Trendwende Personal sowie der Änderung von Vorschriften, verursachten Veränderungen, welche sich massiv auf den Regelausbildungsgang der Unteroffiziere auswirkt, erfolgt derzeit eine Bewertung und ggf. Anpassung des Regelausbildungsgangs durch das AusbKdo mit Unterstützung der USH. Die Ausbildung der Unteroffiziere soll hier in einem zeitlichen Abstand von mindestens 12 Monaten der Anpassung des Regelausbildungsgangs der Offiziere folgen.

Als erster Schritt wird hierzu der FA/UAL überarbeitet, dabei die Ausbildungsinhalte der allgemeinen Grundausbildung in einen Lehrgang (11 Wochen) zusammengefasst und dabei von denen der weiterführenden Ausbildungsinhalte, welche in einen Unteroffizier-/Feldwebelanwärterlehrgang (UL/FAL) (9 Wochen) zusammengefasst werden, separiert.

In den UL/FAL können Laufbahnwechsler gezielt eingesteuert werden, da der Abholpunkt und notwendige Ausbildungshöhe Sicherungs-/Wachsoldat Heer von jedem Soldaten nach der allgemeinen Grundausbildung erreicht werden muss. Getrennt werden die beiden Lehrgänge weiterhin von einem Truppenpraktikum/Eignungsübung. Die Umstellung des FA/UAL wird mit dem I. Quartal 2019 erfolgen, in welchem in den FA/UA-Btl die allgemeine Grundausbildung anhand der AnTrA 1 und ab dem II. Quartal 2019 der UL/FAL durchgeführt wird. Lediglich für die Lehrgangsteilnehmer, welche im IV. Quartal 2018 ihren FA/UAL begonnen haben, wird im I. Quartal 2019 dieser auch mit dem Abschnitt 3 abgeschlossen.

Zusammenfassung

Die Unteroffizierschule des Heeres in DELITZSCH erlebt derzeitig ihren größten Wandel seit der Aufstellung. Sowohl die strukturelle Vergrößerung, mit der Anpassung der Infrastruktur an die gesteigerte Lehrgangsteilnehmerzahl und der einhergehende personelle Aufwuchs, als auch die Anpassung und Umstrukturierung der Lehrgänge werden gerade parallel durchgeführt und verlangen ein hohes Maß an geistiger Flexibilität und Aufgeschlossenheit aller Beteiligten. Genauso gibt es derzeitig keine Zeit sich zurückzulehnen, da die gesamte Einrichtung durchgehend seit mehreren Quartalen auf Volllast läuft.

Gleichzeitig muss aber im laufenden Prozess die Durchführbarkeit und Effizienz im Sinne einer Evaluation der neuen Lehrgangsstruktur durchgeführt werden, um weiterhin auf einem hohen Niveau zielgerichtet auszubilden zu können. Denn das Ausbildungsziel eines einsatzbereiten, zur Wahrnehmung allgemeiner Aufgaben als Vorgesetzter und Führer ihm unterstellter Soldaten, auch im Kampf, befähigter Feldwebel steht über allem.

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