Hotline: Mo + Mi 08:00 - 13:00 Uhr +49 (0) 5192 / 98 62 81 freundeskreis@panzertruppe.com
Detailansicht

Reserve vollends eingebunden

2019-01-31 15:24
von Marco Pracht
Band-7

Gebirgspanzerbataillon 8 (na)

Hauptmann d.R. Andreas Flachwowsky, PersOffz und PresseOffz GebPzBtl 8
Hauptmann d.R. Andreas Flachwowsky, PersOffz und PresseOffz GebPzBtl 8

Auch im vierten Jahr als nichtaktiver Verband lässt der Schwung im Bataillon nicht nach. Mit unverändert hoher Schlagzahl reiht sich Vorhaben an Vorhaben und die Kameraden brennen weiterhin hoch motiviert und engangiert für das Bataillon. Der Beorderungsstand ist im letzten Jahr auf 114 Reservisten und damit von 32% auf 42% angewachsen. Daraus ergibt sich ein überdurchschnittlich hoher Bedarf an Reservedienstleistungstagen – 3.000 an der Zahl. Dabei konnten wir mehrfach überschlagend Kameraden gewinnen, in längeren Einzel-Reservedienstleistungen als aktives „S3 vor Ort“ Element in Pfeimd für uns aktiv zu werden und den Stab dauerhaft zu besetzen. Dies erleichterte die Planungsarbeit und die Koordiniation mit unserem Schwesternbataillon Panzerbataillon 104 und der Panzerbrigade 12 erheblich. Damit schließen wir die Lücke des fehlenden und erst mittelfristig über Trendwende Personal zugestandenen aktiven S1/S3 Feldwebels.

Allerdings scheint sich auch abzuzeichnen, dass sich das Bataillon langsam auf die Grenzen seiner Möglichkeiten zubewegt. Nachwuchs generieren wir fast ausschließlich aus altgedienten Reservisten, die noch in älteren Ausbildungsgängen alle Truppengattungs- oder fachspezifischen Qualifikationen erworben haben. Insbesondere jedoch beim Führernachwuchs an Offizieren und Feldwebeln, gibt das aktuelle Ausbildungssystem der Bundeswehr keinerlei Möglichkeiten, sich innerhalb von Reservedienstleistungen entsprechend fortzubilden. Einzig die Ausbildung im Führungsgrundgebiet 2 ist modular genug mit kurzen Abschnitten, so dass sie für Reservisten erfüllbar ist.

Teilnehmer SIRA HAMMELBURG (Quelle: Andreas Flachwowsky)
Teilnehmer SIRA HAMMELBURG (Quelle: Andreas Flachwowsky)

Gerade aber diesen Nachwuchs an Führern benötigen wir, um die Planungsaufgaben all unserer Vorhaben erledigen zu können. Der notwendige Anteil, der in Freizeit erledigt werden muss, ist im letzten Jahr auf ein Maximum gestiegen, teilweise bis an die Belastungsgrenzen unserer Kameraden. Eine Entlastung oder Lösung des Ausbildungsproblems scheint auch mittelfristig nicht in Sicht.

Highlight 2017

Höhepunkt des Jahres 2017 war nach einer langen Reihe von Vorhaben (siehe Schwarzes Barett #56) der SIRA Durchgang „SCHWERE REITER 2018“ in HAMMELBURG. Besonderheit hierbei: Neben den Reservisten des GebPzBtl 8, waren auch die beiden aktiven Kompanien des Bataillons, die 3./8 (im Frieden PzBtl 104) und 4./8 (im Frieden PzBtl 393 unterstellt) beteiligt. Außerdem kamen viele weitere Teilnehmer aus externen aktiven und nichtaktiven Verbänden (Panzergrenadierbataillon 122, Gebirgsaufklärungsbataillon 8, Pionierbataillon 905, Jägerbataillon 921) mit ihrer Fachexpertise dazu. Gefordert wurde die Übungstruppe intensiv bei der Verteidigung in der Lage „WERNECK“.

Exkursionsgruppe am Blücherdenkmal (Quelle: Andreas Flachowsky)
Exkursionsgruppe am Blücherdenkmal (Quelle: Andreas Flachowsky)

Durch stetige Verbesserung in der Anwendung des Führungsprozesses, des Zusammenspiels im Gefechtsstand „Haupt“ und das Zusammenwirken von Kampfkompanien und Kampfunterstützern, insbesondere die Nutzung von Steilfeuer durch Artillerie, ließen den Kräften „ROT“ am Ende der zweiwöchigen Übung kaum noch Möglichkeiten des Handelns. Durch die tadellose Zusammenarbeit mit den aktiven Kameraden, konnte das Bataillon seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen und demonstrieren, mit welcher Energie und Motiviation unsere Reservisten dabei sind.

Weil SIRA vor allem dazu geeignet ist, den Gefechtsstand und die Verbandsführung zu beüben, wird es in den Kampfkompanien nicht ganz so hoch im Wert angesiedelt und damit meist unterschätzt. Das erlebte Zuammenspiel dieses Durchgangs war für die Akzeptanz von SIRA Übungen im GebPzBtl 8 eine ideale Werbung. Im Rahmen der parallel stattfindenden „Arbeitstagung Reserve Heer“ konnten sich der Kompaniefeldwebel der 1. Kompanie und der Bataillonskommandeur über die Auszeichnung mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold, verliehen von Generalleutnant Jacobsen, Kdr Einsatz, freuen.

Zum alljährlichen Abschluss des Jahres versammelten sich die Männer (und mittlerweile auch Frauen) in einem Gasthof in NABBURG um das Jahr feierlich zu beschließen. Eingeladen waren dieses Mal auch ehemalige Kommandeure des GebPzBtl 8, so dass in Gesprächen zwischen „alten“ und „neuen“ 8ern ein reger und interessante Austausch stattfinden konnte.

Vorhabenübersicht 2018

  • Feb 1. Kp AdA
  • März 2. Kp DPA
  • März Stabsausbildung
  • April Familienwochenende
  • Juni Tag der Bundeswehr
  • Juni SIRA ErgTrT
  • Juni TrÜbPl GRAFENWÖHR
  • Juli Frankendolch
  • Sep 1. Kp DPA
  • Sep 2. Kp DPA
  • Okt Common Tenacity
  • Okt AusbUstg ASSA
  • Nov Stabswoche
  • Dez Jahresabschluss

Bataillonsvorhaben und Stab

Auszeichnung OStFw Gemmel (Quelle: Andreas Flachwowsky)
Auszeichnung OStFw Gemmel (Quelle: Andreas Flachwowsky)

Der Schwerpunkt des Stabes liegt, wie bereits im vergangenen Jahr, in der taktischen Ausbildung, in diesem Jahr erneut zusammen mit dem schweren Pionierbataillon 901 während eines SIRA Durchganges. Ebenso stellt der Stab eine Führungszelle auf der Brigade- Rahmenübung „FRANKENDOLCH“ und bei der Divisions-Rahmenübung Auszeichnung OStFw Gemmel (Quelle: Andreas Flachwowsky) „COMMON TENACITY“.

Verbände Exkursionsgruppe am Blücherdenkmal (Quelle: Andreas Flachowsky) SB-59-Prod.indd 68 30.10.18 17:57 Das Schwarze Barett Nr. 59 69 Als besonderer Auftrag erging durch das Kommando Heer an alle Ergänzungstruppenteile in diesem Jahr die aktive und alleinige Durchführung der Ausbildung ungedienter Reserveoffizieranwärter im Zuge der „Allgemeinen Streitkräftegemeinsamen Soldatischen Ausbildung (ASSA)“. Wir unterstützen dabei das Pionierbataillon 905, das den Leitverband für die Region Süd stellen wird, mit Ausbildern.

Highlight und als Dank an unsere Familien für ihre Unterstützung und das Verständnis für unseren „Zweitberuf“ stellte wie immer das Familienwochenende dar. Erneut trafen wir uns in KOBLENZ, diesmal mit einer historisch-taktischen Weiterbildung zum Rheinübergang 1814 bei KAUB durch Generalfeldmarschall Blücher im Zuge der napoleonischen Befreiungskriege. Bei bestem Wetter und durch die mit zahlreichen Anekdoten gespickte sehr lebhafte Führung von Oberstleutnant a.D. Schmidt, inklusive Geländebesprechung anhand der historischen taktischen Lage, war auch für die jüngsten Teilnehmer etwas Geschichte zum Miterleben dabei.

Sportlich war das Bataillon wieder bei einigen Events vertreten: So hat sich ein Zweier-Team bestehend aus Fähnrich Flaam und Stabsgefreiter (ROA) Kuhn den Herausforderungen der Durchschlageübung „BLUE NAIL“ in FREDERICIA (Dänemark) gestellt und in 36h 60km Gefechtsmarsch bei eisiger Kälte, Wind und Regen überwunden. Auch Hptm Freudenmann, einer unserer erfahrenen CIOR-Wettkämpfer konnte sich bei den Deutschen Reservisten- Meisterschaften über eine bronzene Medaille freuen. Der Kommandeur, ebenfalls ehemaliger CIORWettkämpfer, hat es sich nicht nehmen lassen, zusammen mit Hauptmann Burg, beim Sommerbiathlon der Brigade im Sprint zu starten.

1. Kompanie

Unsere Erste hat seit 2017 nun auch endlich einen Kompaniechef. Nachdem unser S4, Oberstleutnant Köhler, mit der Führung beauftragt war und Pionierarbeit im Aufbau der ersten Kompanie geleistet hat, konnten wir mit Major Rohr einen Panzergrenadier und ehemaligen Zeitsoldaten für unsere Sache gewinnen. Als weitere Verstärkung erhielt auch der Aufklärungs- und Verbindungszug mit Hauptmann Burg einen Offizier als Führer. Seit kurzen steht hier mit Oberleutnant Roidl ein ehemaliger Objektschützer der Luftwaffe als Nachfolger in den Startlöchern, so dass H Burg sich mehr auf die Aufgaben des Kompanieeinsatzoffiziers konzentrieren kann. Damit ist das Führungsteam der ersten Kompanie, bis auf den Fernmeldezugführer, nun vollständig.

Ausbilder aus SEEDORF mit eigens für das Vorhaben entworfenem Patch (Quelle: Andreas Flachowsky)
Ausbilder aus SEEDORF mit eigens für das Vorhaben entworfenem Patch (Quelle: Andreas Flachowsky)

In der infanteristischen Ausbildung liegt auch der momentane Schwerpunkt der ersten Kompanie. Dinge, die dabei für aktive Verbände selbstverständlich sind, stellen uns immer noch vor große Probleme, wie zum Beispiel das Generieren eigener Schießlehrer bzw. Schießausbilder. Aus diesem Fähigkeitsmangel entstand im Juli 2017 die einzigartige Zusammenarbeit mit Kameraden der 10. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 31 aus SEEDORF. Die „Zehnte“ ist hierbei ebenso ein Ergänzungstruppenteil und besteht nur aus Reservisten. In nur 4 Tagen schaffte es das Ausbilder- Team der Fallschirmjäger die Soldaten des AVZg in einer Erstausbildung im Nahbereichsschießen 1 und 2 am G36 fit zu machen. Dieses Jahr folgt dann die erste Schießausbildung im Nahbereich mit eigenen Schießausbildern.

Höhepunkt der 1. Kompanie sollte aber der Truppenübungsplatzaufenthalt in GRAFENWÖHR dieses Jahr werden. Ursprünglich als Bataillonsübung angelegt, musste die Ausbildungsplanung der 2. Kompanie durch fehlende Kampfpanzer angepasst werden und die Soldaten wurden in die infanteristische Ausbildung der Ersten mit eingegliedert. Gemeinsam erlebten die Kameraden ein intensives und sehr abwechslungsreiches Programm aus Schulund Nachtschießen, Gefechtsschießen der Gruppe in der Verteidigung, ABCAusbildung und Einsatz im Gefecht, genauso wie der Kfz-Marsch in Kolonne, Beziehen von Verfügungsräumen und dem Tarnen von Fahrzeugen.

Der Kommandeur, Oberstleutnant Dellschau, hat es sich auf dem Truppenübungsplatz dabei nicht nehmen lassen, mit samt seiner Familie, zum feierlichen Anlass seines 50sten Geburtstag den Kameraden die Ehre zu erweisen und einen zünftigen Grillabend zu sponsern.

2. Kompanie

Feldgottesdienst in GRAFENWÖHR (Quelle :Andreas Flachowsky)
Feldgottesdienst in GRAFENWÖHR (Quelle :Andreas Flachowsky)

Bedingt durch die desaströse Materiallage und Panzerverfügbarkeit blieb es unserer Panzerkampanie in diesem Jahr verwehrt, ihre Fähigkeiten im scharfen Schuss auf dem Truppenübungsplatz unter Beweis zu stellen. Schwerpunkt der Ausbildungsvorhaben lag daher auf der Simulator-gestützten Ausbildung, die schon fast routiniert von allen Panzerbesatzungen absolviert wird. Der aus der Not geborene kleine Ausflug als Gäste der 1. Kompanie ist dennoch sehr positiv aufgenommen worden. Auch mit einem etwas kleinerem Kaliber als gewohnt, ließen sich unsere Panzermänner durchaus begeistern.

DEU-US ResOffz Austausch

Als besonderes Schmankerl durfte Hauptmann Burg im Frühjahr am Deutsch-Amerikanischen Reserveoffizier- Austausch teilnehmen. Die Reise ging für ihn für 3 Wochen zum 2nd batallion, 116th cavalry brigade combat team in IDAHO auf ein Trainingsgelände zu Füßen der Rocky Mountains. Durchweg eine bleibende und prägende Erfahrung für unseren Kameraden.

Ausblick 2019

2019 soll nach aktueller Planung direkt mit einem Panzertruppenübungsplatz im Februar starten. Dann steht als Schwerpunkt aller Ergänzungstruppenteile das Pilotprojekt zur Ausbildung Reserve in MUNSTER an. Außerdem wird das Bataillon sein 5-jähriges Bestehen nach der Wiederaufstellung feiern. In diesem Sinne geht es voran: „Lebe beständig, kein Unglück ewig!“

Zurück

© Freundeskreis Offiziere der Panzertruppe e.V. | Webdesign von webdesign24.biz
Generalleutnant Jacobson
Generalleutnant Jacobson

Carsten Jacobson

Generalleutnant
Vorsitzender

General a.D. Wolfgang Brüschke
General a.D. Wolfgang Brüschke

Wolfgang Brüschke

Brigadegeneral a.D.
Stellvertretender Vorsitzender

Oberst a.D. Schneider
Oberst a.D. Schneider

Wolfgang Schneider

Oberst a.D.
Stellvertretender Vorsitzender