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Sicherheitspolitischer Paradigmenwechsel

11.06.2017 19:12
von Marco Pracht
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Band-7
Schleife Symposium der Panzer- und Panzergrenadiertruppe

„Sicherheitspolitischer Paradigmenwechsel und Einfluss auf die Führungskultur“

Der Vorsitzende des Freundeskreises Panzergrenadiertruppe, Generalmajor Walter Spindler,(re), gemeinsam mit Generalleutnant Eberhard Zorn, AbtLtr Führung Streitkräfte, bei der Eröffnung des Symposiums und der Vorstellung des Referenten
Der Vorsitzende des Freundeskreises Panzergrenadiertruppe, Generalmajor Walter Spindler,(re), gemeinsam mit Generalleutnant Eberhard Zorn, AbtLtr Führung Streitkräfte, bei der Eröffnung des Symposiums und der Vorstellung des Referenten

Trendwende bei Personal und Material mit Einfluss auf die Führungskultur war die spannende Frage des diesjährigen Symposiums der „Gepanzerten“ am Ausbildungszentrum in Munster. Welche konkreten Ableitungen und Konsequenzen ergeben sich aus dem Weissbuch 2016, mit dem die Bundesregierung Orientierung für eine langfristig wirkenden sicherheitspolitische Gestaltung geben will. Welche Rückschlüsse für neue Strukturen, personelle Verstärkungen, Fähigkeitsentwicklungen und Beiträge zur Stärkung multinationaler Verpflichtungen und Strukturen können gezogen werden und ergeben sich aus dieser Entwicklung möglicherweise Einflüsse auf unsere Führungskultur? Trägt dann unsere bewährte Auftragstaktik noch und kann die Innere Führung als Führungskultur den Ansprüchen an die kommenden Herausforderungen weiterhin gerecht werden? Ist der propagierte Paradigmenwechsel (wieder einmal) nur eine von vielen Worthülsen, oder bildet er sich durch konkrete und realistische Planungen ab? Insgesamt eine aktuelle Themenkomposition.

Turnusgemäß wurde das Symposium in diesem Jahr vom Freundeskreis der Panzergrenadiertruppe ausgerichtet und Generalmajor Spindler, als deren Vorsitzender, brachte im ehrwürdigen „Scharnhorstsaal“ am Ausbildungszentrum Munster seine Freude über den beachtlichen Teilnehmerzuspruch zum Ausdruck und freute sich auf interessante Beiträge und Diskussionen. Kurz erläuterte er die Gründe für die thematische Ausrichtung des Symposiums, die sich mit der Herausgabe des Weissbuches 2016 und den sich daraus abzuleitenden Konsequenzen für die Streitkräfte fast zwangsläufig aufdrängten.

Ein nach Alter, Dienstgradstruktur und Status breit zusammengesetztes Publikum hatte sich im Auditorium eingefunden, darunter 9 aktive und 8 ehemalige Generale. An der Spitze für die aktiven Soldaten Generalleutnant Jacobson sowie die Divisonskommandeure der 1. und 10. Panzerdivision, Generalmajor Markus Laubenthal und Bernd Schütt und für die Ehemaligen, Generalleutnant a.D Jürgen Ruwe. Es ist guter Brauch, dass der Einstieg in das Symposium immer durch den „Hausherrn“ erfolgt, der einen komprimierten Überlick über die derzeitige Lage und die künftige Entwicklung am Ausbildungszentrum Munster gibt.

Brigadegeneral Norbert Wagner als Kommandeur des Ausbildungszentrums Munster beurteilte die Lage an „unserer Alma Mata“ insgesamt als positiv, der Auftrag wird erfüllt, auch wenn noch nicht alles Gold ist was glänzt. So sind durchaus schwierige Rahmenbedingungen gegeben, die den Dienstbetrieb belasten. Es fehlt „querschnittlich und Dennoch, dass Personal ist von seiner Persönlichkeitstruktur sehr vielversprechend, hoch motiviert und leistungsorientiert. Was fehlt ist schlicht Erfahrung! Um zu noch besseren Ergebnissen zu kommen, wird im gesamten Spektrum von Organisation, Methodik, Ausbildung der Ausbilder und der Taktik intensive Weiterbildung zwecks Optimierung betrieben.

Das Ziel für das Jahr 2017 ist klar und kurz gefasst und konzentriert sich im Sinne einer echten Schwerpunktbildung auf die unten auf der Folie dargestellten Bereiche.

Oberst Schneider, General der Panzertruppen, gab anschließend einen kurzen Überblick für den AusbBereich der Panzertruppen, der (wieder einmal) erhebliche Veränderungen in allen Bereichen, von der Ausbildungsstruktur, über die Ausbildungsorganisation bis hin zur Infrastruktur und der Nutzung von Großgerät in den kommenden 2 Jahren bewältigen muss.

Ursächlich verantwortlich sind dafür die Änderungen bei der Ausbildung für den PUMA. Notwendige Verringerungen der Hörsaalstärken ergeben mehr Hörsäle, was letztendlich zu zwei weiteren Inspektionen führt. Dementsprechend sind auch die Zahlen für das Großgerät anzupassen. Von ruhigen Rahmenbedingungen für die Ausbildung also keine Spur. Auch die Ausbildung mit Simulatoren ist durch das geänderte Ausbildungsmittelkonzept erheblich zu verändern. Dieser neue Umgestaltungsprozess soll bis Oktober 2018 abgeschlossen sein.

Absicht für 2017
Absicht für 2017

Als Ergebnis seiner Dienstaufsicht von der Truppenausbildung im Schießübungszentrum berichtete Oberst Schneider von erheblichen Mängeln bei der Umsetzung von Entschlüssen in praktisches Handeln auf dem Gefechtsfeld. Die Koordination von Feuer und Bewegung, oftmals eine zu geringe Tiefenstaffelung sowie eine zu lineare Gefechtsgliederung seien die häufigsten Fehler, die noch verstärkt werden durch zu wenig Vorstellungskraft beim Zusammenwirken mit den Kampfunterstützungskräften und Schwierigkeiten bei der zeitlichen Priorisierung. Daran gilt es zu arbeiten, obwohl vermutlich nur die Erfahrung in der Praxis Abhilfe schaffen wird.

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Generalleutnant Jacobson
Generalleutnant Jacobson

Carsten Jacobson

Generalleutnant
Vorsitzender

General a.D. Wolfgang Brüschke
General a.D. Wolfgang Brüschke

Wolfgang Brüschke

Brigadegeneral a.D.
Stellvertretender Vorsitzender

Oberst a.D. Schneider
Oberst a.D. Schneider

Wolfgang Schneider

Oberst a.D.
Stellvertretender Vorsitzender