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Soldatenfriedhof Kursk-Besedino

2019-01-28 17:17
von Marco Pracht
Band-7

Über die Patenschaft des Freundeskreises der Offiziere der Panzertruppe über den deutschen Soldatenfriedhof Kursk-Besedino, der – wie alle Soldatenfriedhöfe und Kriegsgräberstätten im Ausland – unter Verwaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. steht, ist mehrfach berichtet worden ( siehe die Ausgaben des Schwarzen Baretts Nr. 43, 46, 50 und 57 ).

Die schon lange geäußerte Absicht des Vorstandes des Freundeskreises, diese Patenschaft durch einen Arbeitseinsatz von Mitgliedern des Freundeskreises zur Pflege des Friedhofes neben den bisher durchgeführten Besuchen sichtbar werden zu lassen, nimmt nunmehr konkrete Formen an. Erste Eckdaten für die Planung sind vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. festgelegt worden. Es ist deshalb nunmehr die Möglichkeit gegeben, dass sich Mitglieder unseres Freundeskreises für einen entsprechenden Einsatz melden.

Dazu aufzurufen, ist der Zweck dieses Beitrages.

Zur Erinnerung

Der Soldatenfriedhof Kursk-Besedino liegt ca. 35 km ostwärts der Stadt Kursk und etwas ostwärts der Ortschaft Besedino an der Hauptstraße Kursk- Woronesh. Er ist der zentrale Friedhof des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge für das Gebiet Kursk-Orel- Tula-Woronesh-Belgorod, auf den Umbettungen aus vielen Einzelfriedhöfen und Einzelgräbern erfolgten und noch weiter erfolgen. Bis Ende 2017 konnten 47.740 deutsche Soldaten, die in dem genannten Gebiet gefallen sind, dorthin umgebettet werden. Sie fanden damit eine würdige Ruhestätte.

Der Soldatenfriedhof wurde 2009 eingeweiht. Im Mai 2010 übernahm der Freundeskreis der Offiziere der Panzertruppe auf Anregung des damaligen Präsidenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Patenschaft über den Friedhof. Sichtbarer Ausdruck dafür ist eine Stele im Eingangsbereich des Friedhofes, die mit einer größeren Spende des Freundeskreises errichtet wurde. Auf dieser Stele ist der Lageplan des Friedhofes eingemeißelt, und der Freundeskreis ist als Spender benannt, in deutscher und russischer Sprache. Damit ist der Freundeskreis nicht nur ständig auf dem Friedhof präsent, sondern begrüßt gewissermaßen jeden Besucher.

Aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der Kriegsgräberstätte Kursk-Besedino wird durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im kommenden Jahr eine Gedenkfeier durchgeführt werden, deren Charakter noch zu definieren sein wird. Ebenso wird noch zu klären sein, wie Vertreter der russischen Verwaltung und Bürger aus Kursk und Besedino eingebunden werden und ob auch Gäste aus Deutschland erwartet werden können, deren Angehörige auf diesem Soldatenfriedhof bestattet wurden. Sicher ist gegenwärtig nur, daß unser Freundeskreis diese Veranstaltung tatkräftig unterstützen soll.

Der Termin dieser Gedenkfeier, Sonnabend, der 27. Juli 2019 ist das für alle Planungen entscheidende Datum. Der Arbeitseinsatz ist davor gelagert und kann u. U. bis zu zwei Wochen dauern, so daß sich eine Zeitspanne vom 15. bis 28. Juli ergibt. Außer diesen Eckdaten sind noch keine weiteren Details entschieden. Es gilt hervorzuheben, daß die Gesamtverantwortung für den Arbeitseinsatz von Mitgliedern des Freundeskreises und die Planung für die Gedenkveranstaltung ausschließlich in der Verantwortung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. liegt, wie das im Übrigen für jeden vom Volksbund mit Soldaten und Reservisten der Bundeswehr durchgeführten Einsatz gilt.

Der oben genannte Zeitraum könnte wie folgt gliedert werden

14. Juli: Anreise der Teilnehmer voraussichtlich nach Berlin, abends Einweisung durch den Beauftragten des Volksbundes für die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, OTL a.D. Freiherr v. Korff. Am 15. Juli würde die Anreise nach Kursk erfolgen, so daß die folgenden Tage 16. bis 19. als Arbeitstage zu sehen sind. Das Wochenende 20./21. Juli wird als „Kulturwochenende“ verfügbar sein, Einzelheiten dazu weiter unten. Die folgenden Tage 22. bis 26. werden wieder für die Arbeit zur Verfügung stehen, einschließlich der Vorbereitung der am 27. Juli geplanten Gedenkveranstaltung. Der 28. Juli wird für die Rückreise vorzusehen sein.

Der genaue Zeitraum wird noch vom Volksbund festgelegt werden. Einflußfaktoren sind u.a. die noch vorzunehmende Beschreibung des Arbeitsumfanges sowie vor allem die verfügbaren Finanzen. Der Zeitraum 15. bis 28. Juli ist jedoch die maximale Dauer des Einsatzes, die nicht überschritten wird. Aber man wird, wie oben erwähnt, einen Tag davor einplanen müssen zum Sammeln der Gruppe, für organisatorische Vorbereitungen und andere Dinge. Mit der Festlegung der maximalen Dauer hat nun jeder, der an einem Einsatz interessiert ist, zumindest in zeitlicher Hinsicht einen Planungsrahmen. Länger wird der Einsatz auf keinen Fall, er wird eher kürzer.

Wie die Anreise und Rückreise vom Volksbund organisiert wird, ob per Flugzeug über Moskau nach Kursk (ein Tag) oder per Eisenbahn ( dann zwei Tage ) oder per Flug nach Moskau und per Bus weiter nach Kursk wird noch zu entscheiden sein. Auch hier wird die kostengünstigste Lösung gesucht.

Für viele der anfallenden organisatorischen Fragen hat sich der Freundeskreis der Unterstützung durch den General für Standortaufgaben Berlin, Brigadegeneral Andreas Henne, versichert. Sein Stab wird die Funktion eines „Stammtruppenteils“ übernehmen, wie er für jeden durch den Volksbund organisierten Arbeitseinsatz benannt werden muß. Für die weitere Planung werden zunächst zwanzig Interessenten gesucht. Das ist wiederum die Maximalzahl. Die genaue Stärke wird noch vom Volksbund festgelegt, Einflußfaktoren sind wiederum der noch zu bestimmende Arbeitsumgang sowie vor allem die Finanzen. Teilnehmen kann jedes Mitglied des Freundeskreises, unabhängig vom Status, also sowohl aktive Soldaten als auch solche „a.D.“ Als Delegationsleiter wird ein hochrangiger Offizier gesucht, daneben ein Stabsoffizier als sogenannter Kommandoführer, der vornehmlich administrative Aufgaben zu erledigen hat. Besonders willkommen als Teilnehmer sind natürlich Mitglieder mit russischen Sprachkenntnissen.

Die zu erledigenden Arbeiten werden vermutlich die Pflege der Rasenflächen, u.U. Malerarbeiten an der Umzäunung, das Ausbessern der Schriftzüge mit den Namen der Gefallenen und ähnliches sein. Ob seitens des Volksbundes die Absicht weiter verfolgt wird, bei der Gedenkfeier am 27. auch die Einbettung von jüngst geborgenen Gebeinen von Gefallenen vorzunehmen, ist noch offen. Ggf. würden vermutlich in den Tagen davor entsprechende Erdarbeiten anfallen, die dann auch von der Gruppe unterstützt werden müßten. Weiterhin werden die Vorbereitungen für die Gedenkfeier zu treffen sein.

Die Unterbringung ist noch nicht geklärt. Vielleicht ist ein Freizeitheim der russischen Armee verfügbar – wie bei einem Einsatz vor zehn Jahren auch, ansonsten wird wohl ein Quartier in einem Hotel in Kursk ins Auge zu fassen sein. Für die Verpflegung hat jeder individuell zu sorgen ( ggf. Frühstück im Hotel ). In der Nähe des Friedhofes gibt es ein gutes Restaurant, in dem man sehr preiswert essen kann. Für die Verpflegung erhält jeder Teilnehmer vom Volksbund einen Betrag von 18,00 € pro Tag sowie 4,60 € Handgeld. ( Dieser Betrag reicht nach den Erfahrungen aus den Exkursionen, die der Verfasser im Raum Belgorod – Kursk durchgeführt hat, allemal aus.)

Wichtig ist, daß diejenigen Mitglieder unseres Freundeskreises, die sich für eine Teilnahme melden, über einen gültigen Reisepaß verfügen. Diese Pässe werden im Frühjahr eingesammelt, damit dann der Beauftragte des Volksbundes die entsprechenden Visa für Rußland beantragen kann.

Die Gestaltung des „Kulturwochenendes“ liegt in der Verantwortung des Freundeskreises. Ich schlage – aus den Erfahrungen aus fünf Exkursionen- folgendes Programm vor.

Am Sonnabend, 20. Juli, könnte das berühmte Kloster Korennaja Pustyn in dem kleinen Ort Swoboda in der Nähe von Kursk besucht werden. Dort befindet sich auch der Gefechtsstand-Bunker von Marschall Rokossowski, dem Oberbefehlshaber der sowjetischen Zentralfront ( Nordabschnitt ) bei den Kämpfen im Sommer 1943, daneben auch ein Museum. Der Tag könnte weiter mit einer Stadtführung in Kursk mit Besuch der zentralen Anlage zum Gedenken an den Großen Vaterländischen Krieg als Beispiel der russischen Erinnerungskultur gestaltet werden. Ebenso gehört ein Besuch der Kathedrale dazu.

Der Sonntag, 21. Juli, sollte für einen Besuch des Schlachtfeldes Prochorovka genutzt werden. Prochorovka liegt ungefähr 100 km südostwärts von Kursk. Ich würde zunächst eine Geländebesprechung zum Ablauf der Kämpfe am 12. Juli 1943 im Rahmen der Operation Zitadelle – oft fälschlicherweise die „größte Panzerschlacht der Weltgeschichte“ genannt – durchführen, so wie bei bisherigen fünf Exkursionen in dem Raum. (Ich bin für die Vorbereitung einer Exkursion Zitadelle vom 23. bis 26. Juli ohnehin vor Ort.)

Danach stünde ein Besuch der Gedenkstätte Prochorovka auf dem Programm, eine der drei großen Gedenkstätten neben Borodino und Kulikovo und ein weiteres Beispiel für die russische Erinnerungskultur. Ein Besuch in dem Museum zur Operation Zitadelle sowie ein Besuch in der Kathedrale würden den Tag abrunden.

Ob wir über unsere bisherigen Kontakte zur Verwaltung des Oblast Kursk noch weitere Vorhaben veranlassen können zum Kennenlernen von Land und Leuten, z. B. Empfänge durch die Stadt oder die Oblast-Verwaltung, wird noch auch in Abstimmung mit den Verantwortlichen vom Volksbund zu klären sein.

Soweit die ersten Informationen als Entscheidungsgrundlage für diejenigen, die sich für das Vorhaben interessieren und damit für unseren Freundeskreis und für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Sinne der Patenschaft über den Soldatenfriedhof einen Dienst leisten wollen.

Interessenten melden sich bitte mit den entsprechenden Daten bei der Geschäftsstelle des Freundeskreises Offiziere der Panzertruppe, freundeskreis@panzertruppe.com Die Meldungen erbitten wir bis 15. Januar 2019. Danach erfolgt die Auswahl der Teilnehmer. Für die weitere Kommunikation ist die Verfügbarkeit einer E-Mail Adresse notwendig.

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Generalleutnant Jacobson
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