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Das PzBtl 204

20.05.2017 18:22
von Marco Pracht
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Traditionsverbände

Der Traditionsverband Panzerbataillon 204 stellt sich vor

Wappen Panzerbataillon 204
Panzerbataillon 204

Das Bataillon wurde am 01. Juli 1956 als eines der ersten Panzerbataillone in Bonn, in der Gallwitz-Kaserne, aufgestellt. Insider sagen, es sei das älteste Panzerbataillon der Bundeswehr, wenn es auch damals die Nummer 2 führte. Die 2 besagt, dass das Bataillon der Grenadierdivision in Kassel im II. Korps, Ulm, unterstellt war. Bereits am 11. Juni 1956 zogen die ersten Bundeswehrsoldaten, noch in der Uniform des Grenzschutzes, in Hemer ein.

Am 16. Juli gleichen Jahres, verlegte der „Verband“ nach Hemer in Westfalen, in die Panzerkaserne, auch Jüberg-Kaserne genannt. An Großgerät verfügte das Bataillon zunächst über den US-Kampfpanzer M47. Später folgte der ebenfalls aus den Vereinigten Staaten stammende Kampfpanzer M48 A2, gefolgt vom Kampfpanzer Leopard 1 A1 bis hin zum Leopard 2 A4. Im Laufe der Jahre wechselte das Bataillon die Unterstellungsverhältnisse- wie auch die Bezeichnung in der Nummerierung. Weiterhin musste der Verband Personalabgaben leisten –„kalben“-, wodurch neue Verbände aufgestellt wurden.

Unterstellungen, Änderungen in der Bezeichnung und Personalabgaben sind unter PANZERBATAILLONE näher aufgezeigt. Zu finden unter Panzerbataillon 2, 204 (1), Gemischtes Panzerbataillon 110, Panzerbataillon 202 und Panzerbataillon 204 (2). Zugehörig ist auch das Panzerbataillon 204 (gekadert), welches nur vom 01.04.1975 bis 31.03.1976 existierte. Aufgrund der veränderten politischen Lage, wurde das Bataillon nach 46 Jahren am 30. Juni 2002 außer Dienst gestellt.

Übungen und Hilfseinsätze: (Auszug – keine abschließende Aufzählung)

  • Erster Übungsplatzaufenthalt im Herbst 1956 auf dem Übungsplatz FALLINGBOSTEL
  • September 1969 Herbstübung „GROßER RÖSSELSPRUNG“
  • 1971 britisch-dänisch-deutsche Gefechtsübung „FOUR FRONT VI“
  • 1974 Divisionsgefechtsübung “HARTE NUSS“
  • 1975 Gefechtsübung „SCHARFES SCHWERT“
  • September 1976 Großübung / Korpsgefechtsübung „GROßER BÄR“
  • September 1977 Korpsgefechtsübung „BLUE FOX“
  • Januar 1978 Großübung „BOLD GUARD“ (nach der Übung „mit Feldparade“ durch Hemer zurück)
  • Herbst 1984 Teilnahme des Bataillons an einer Gefechtsübung im freien Gelände, unter dem Kommando des I. Belgischen Korps, „ROARING LION“1
  • 1985 Heeresübung „TRUTZIGE SACHSEN“
  • Oktober 1986 Divisionsgefechtsübung „SPRINGENDES ROSS“
  • November 1988 Gefechtsübung „IRON HAMMER“ mit der 3. Britischen Panzerdivision
  • Dezember 1978 / Januar 1979 Einsatz mit Bergepanzerbesatzung bei der Schneekatastrophe in Schleswig-Holstein

Die Garnisonstadt HEMER

Hemer ist eine kreisangehörige Stadt in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im Norden des Sauerlandes und gehört zum Märkischen Kreis.

Überregional bekannt ist Hemer durch das in Deutschland einmalige Geotop Felsenmeer, weshalb die Stadt den Beinamen „Felsenmeerstadt führt. Die Wirtschaft der Stadt ist industriell geprägt, vor allem das metallverarbeitende Gewerbe und die Papierherstellung sind historisch gewachsen. 2010 fand auf dem Gelände der ehemaligen Blücher-Kaserne die nordrhein-westfälische Landesgartenschau statt, die von mehr als einer Million Menschen besucht wurde.

Seit 2011 befindet sich an gleicher Stelle der Sauerlandpark mit seinen Attraktionen.

Bereits am 1. März 1934 war Hemer Garnisonstadt geworden, so dass im Laufe des Jahres das Amtskrankenhaus zum Standortlazarett und ein Feld bei Deilinghofen zum Truppenübungsplatz wurde. Auf dem Duloh westlich der Innenstadt entstand ein Schießstand, während die Kasernengebäude im Osten der Stadt gebaut wurden. Das Kasernengelände am Jüberg wurde im Zweiten Weltkrieg in das Kriegsgefangenenlager STALAG VI A umgewandelt, obwohl es sich noch im Rohbau befand. Das STALAG VI A wurde 1945 Internierungslager „Camp Roosevelt“ für frühere NS-Amtsträger genutzt, bevor belgische Truppen dort die „Casernes Ardennes“ aufbauten. 1955 wurden die Truppen in andere Standorte verlegt. Am 24. April 1956 begann die Geschichte der Bundeswehr in Hemer, als die ersten Offiziere die Stadt erreichten, um die Division vorzubereiten. Damit war Hemer der erste Militärstandort im Wehrbereich III, der ganz Nordrhein-Westfalen umfasste.

Gründung einer Ehemaligenkameradschaft

Die Gründung der Ehemaligenkameradschaft geht auf das Jahr 1988 zurück. Auf Initiative des ehemaligen Kommandeur, Oberstleutnant van Lessen, fanden sich in Hemer ein paar noch im Dienst befindliche Kameraden zusammen, um sich über die Vergangenheit zu unterhalten. Man kam schnell zu dem Entschluss, sich doch einmal im Jahr hier am Ort zu treffen. Das Treffen soll jedes Jahr am 9. November (Progrom) stattfinden.

Die Resonanz in den drauf folgenden Jahren war mäßig. Es fanden sich nur wenige Kameraden ein. Das erste organisierte Treffen fand dann am 9. November 1996 statt. Eine beachtliche Anzahl folgte der Einladung und erschien zum Ehemaligentreffen. In den Jahren 1997 und 1998 fand dieses Ereignis wiederum am 9. November statt. Ab dem Jahr 1999 treffen sich die Ehemaligen an jedem letzten Samstag im Oktober. In diesem Jahr, 2017, findet diese Zusammenkunft zum 22. mal statt.

Kommandeure PzBtl 2, 204 (1), 110, 202, 204 (2), 204 (nicht aktiv)

Oberst Fischer, Otto 01.07.1956 – 28.02.1957
Oberstleutnant von Gusovius, Hans-Georg 01.03.1957 – 31.03.1959
Oberstleutnant Matz, Bernhard 01.04.1959 – 31.12.1961
Oberstleutnant van Lessen, Frerich 01.01.1962 – 20.09.1965
Oberstleutnant Ewert, Hubertus 20.11.1965 – 25.08.1968
Oberstleutnant Romund, Günter 26.08.1968 – 30.09.1971
Oberstleutnant Roth, Georg-Heinrich 01.10.1971 – 31.03.1973
Oberstleutnant Pfistner, Helmut 01.04.1973 – 21.03.1979
Oberstleutnant Zicke, Ernst W. 22.03.1979 – 18.07.1980
Oberstleutnant Froelich, Hans-Hermann 19.07.1980 – 28.03.1985
Oberstleutnant Ebing, Rolf H.W. 29.03.1985 – 08.11.1988
Oberstleutnant Rosen, Joachim 09.11.1988 – 29.11.1991
Oberstleutnant Pfrieger, Wilhelm
(Stellv. Kommandeur Panzerbataillon 203, Hemer)
01.10.1992 – 31.10.1994
  Nicht besetzt 01.11.1994 – 10.08.1995
Oberstleutnant d.R. Schulte Uemmingen, Heinrich 11.08.1995 – 20.09.1999
Oberstleutnant d.R. Zech, Frank-Dieter 21.09.1999 – 30.06.2002

und ihre Stellvertreter

Major Schulz, Hans-Karl 01.07.1956 – 02.10.1956
Major Morell, Reinhard 03.10.1956 – 31.03.1957
Major Tornau, Gottfried 01.04.1957 – 31.03.1958
Major Nacke, Helmut 01.04.1958 – 04.09.1959
Major Heuermann, Werner 05.09.1959 – 15.01.1961
Major Hoffmeyer, Walter 16.01.1961 – 31.05.1962
Major Bellè, Paul 01.07.1962 – 31.03.1964
Hauptmann Zimmermann, Heinz 01.04.1964 – 30.09.1965
Major Proksch, Lothar 01.10.1965 – 03.12.1967
Major Pietscher, Klaus 23.01.1968 – 31.10.1969
Major Paulsen, Sievert 01.11.1969 – 31.03.1972
Major Prinz zu Waldeck u. Pyrmont, Georg-Friedrich 01.04.1972 – 30.09.1975
Major Streibel, Hans-Georg 01.10.1975 – 30.09.1978
Major Hofmann, Karl 01.10.1978 – 30.09.1980
Major Frede, Jochen 01.10.1980 – 20.03.1983
Major Beck, Klaus 21.03.1983 – 31.03.1986
Major Wefer, Jürgen 01.04.1986 – 31.12.1988
Major Milosevic, Hans-Jürgen 01.01.1989 – 30.09.1990
Major Wilms, Wolfgang 01.10.1990 – 31.03.1991
Major Dolinga, Reinhard 01.04.1991 – 30.09.1992
  Nicht besetzt  
Major d.R. Zech, Frank-Dieter 1995 - 1999
Major d.R. Sternberg, Matthias 1999 - 2002

Totengedenken

Es gibt keinen Gedenkstein, der an die im Dienst verstorbenen Kameraden erinnert. Es gibt jedoch ein Gedenkblatt, auf dem die Namen verzeichnet sind, die im Dienst zu Tode gekommen sind.

Weiterhin gibt es eine weitere Auflistung der verstorbenen Kameraden, die aus Alters- oder Krankheitsgründen verstorben sind.

Im Verlauf des Ehemaligentreffens wird dieser Kameraden, und derer, die im Auslandseinsatz gefallen sind, in gebührender Art und Weise gedacht.

Traditionsverband

Einen Traditionsverband des Panzerbataillons 204 gibt es nicht. Es gibt sehr wohl eine Kameradschaft ehemaliger Soldaten Panzerbrigade 20. Zu dieser Kameradschaft zählt auch das ehemalige Panzerbataillon 204, ein Verband der 1993 außer Dienst gestellten Panzerbrigade 20.

 Diese Kameradschaft hat freundlicherweise von der Stadt Hemer in einem der Unterkunftsblöcke in der ehemaligen Blücher-Kaserne, heute Sauerlandpark, Räume zur Verfügung gestellt bekommen, wo sich die Verbände und selbständige Einheiten darstellen können.

Näheres ist auf der Homepage www.pzbrig20-hemer.de zu erfahren.

Hemer / Bild: Ute Gaumann
Hemer / Bild: Ute Gaumann

Historischer Augenblick im Regen: Hemers.

Standortkommandant, Hauptmann Lau (in der Uniform der neuen Bundeswehr), begrüßt den Führer des ersten deutschen Nachkriegsvorkommandos, Oberleutnant Armin Immendorff (noch in der Uniform des Bundesgrenzschutzes).

Fahnenübergabe zum Abschied
Fahnenübergabe zum Abschied / Bild: Engel

Fahnenübergabe zum Abschied: Bevor sie ein gerollt wurde, überreichte Oberstleutnant Zech die Fahne des Panzerbataillons 204 an den stellvertretenden Brigadekommandeur der Panzerbrigade 21, Augustdorf, Oberst Ingo Wessels.

Von Manfred Klüner im Mai 2017

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Generalleutnant Jacobson
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